Fr, 22. Juni 2018

Aufs Maul

06.12.2005 16:46

Blutige Bandenkriege mit "The Warriors"

Blutige Bandenkriege zwischen rivalisierenden Gangs - dieses Bild zeichnete Walter Hill 1979 mit seinem Film "The Warriors". Die Videospiel-Adaption von Rockstar Games kommt nicht weniger blutig daher und begleitet die Krieger auf ihrem Streifzug durch New York.

Die Gang der "Warriors" hat ein kleines Problem: Sie werden beschuldigt ein hohes Tier des New Yorker Untergrunds getötet zu haben. Jetzt haben die Straßenkämpfer Unmengen böser Buben gegen sich stehen, die alle nur eines wollen: Rache. Um zu überleben müssen sich die "Warriors" ihren Weg von einem Ende der Stadt zum nächsten bahnen. Wer dabei nicht alleine sein möchte, der greift auf den unterhaltsamen Koop-Modus zurück.

"Rembrandt", so der Name einer der Hauptfiguren, ist eigentlich ein Schöngeist, der mit seiner Sprühdose am liebsten Häuserflächen verziert. Als frisch rekrutiertes Mitglied der "Warriors" muss er aber auch seine Schlagfertigkeit unter Beweis stellen. In einem Tutorial werden dem Spieler die gängigsten Schläge und Tritte beigebracht. Durch Kombos lassen sich Gegner beispielsweise in den Schwitzkasten nehmen. Umherliegende Gegenstände, wie beispielsweise Bretter, dienen zudem wunderbar als zusätzliches Schlagwerk.

Nach dieser Einführung geht es auch schon rund: Eine andere Gang verwüstete unser "Vereins-Haus" und wir müssen nun für Vergeltung sorgen. Als Rembrandt müssen wir dafür sorgen, dass das Logo der Warriors auch im Feindgebiet überall sichtbar an den Wänden prangt. In der 3rd-Person-Perspektive steuern wir durch die Hinterhöfe New Yorks, springen über Dächer und kraxeln über Zäune. Haben wir ein geeignetes Plätzchen gefunden, ziehen wir unsere Spraydose und legen los. Mit dem Analog-Stick zeichnen wir das zu malende Logo nach. Wackeln wir zu sehr und verbrauchen zu viel Farbe, dann müssen wir für Nachschub sorgen.

An vielen Ecken stehen zu diesem Zweck Händler, die beispielsweise eben Sprühdosen oder auch Drogen, zur Wiederherstellung der Gesundheit, verkaufen. Verständlicherweise sind diese Güter nicht umsonst. Geld ist also von Nöten. Nun lassen sich beliebig viele Herumstreuner verprügeln und ausnehmen, wesentlich einfacher und schneller geht es jedoch mit einem Ladendiebstahl. Kurz die Scheibe einschlagen und schon ist das finanzielle Einkommen gesichert. Wer zu lange wartet, der bekommt jedoch Probleme mit der Exekutive, welche nach kurzer Zeit auftaucht.

Mit wechselnden Missionszielen wechseln auch die spielbaren Charaktere. So verfügt der Anführer der "Warriors" über kurze Kommandos, mit denen sich die Schlägertruppe befehligen lässt. Zu viel Taktik darf man sich nicht erwarten, dennoch sorgen diese Missionen für zusätzliche Abwechslung. Sowohl grafisch als auch akustisch präsentiert sich "The Warriors" sehr stimmungsvoll. Hier wurde der Schwerpunkt auf Realismus gelegt, sowohl was die Bewegungen der Charaktere als auch die Kulisse New Yorks anbelangt. Dreckige Hinterhöfe eben.

Fazit: "The Warriors" ist vom Prinzip her nicht gerade neu - schließlich präsentierten die Macher von Rockstar Games mit "GTA San Andreas ein ähnliches Geprügel -, macht aber trotzdem jede Menge Spaß. Aufgrund des hohen Gewaltfaktors ist das Game nicht gerade jüngeren Spielern zu empfehlen. Hartgesottene Gamer erhalten mit "The Warriors" aber ein grund solides, abwechslungsreiches und gut gemachtes Prügel-Spiel.

Platform: PS2 (getestet), Xbox
Publisher: Take2
Krone.at-Wertung: 84%

von Sebastian Räuchle

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