Ein Interview der deutschen Ex-Kanzlerin Angela Merkel gegenüber einem ungarischen Online-Medium hat scharfe Kritik geerntet. Dort meinte die 71-Jährige, dass im Jahr 2021 Polen und die baltischen Staaten „direkte Gespräche“ mit Russlands Präsident Wladimir Putin über den Ukraine-Konflikt blockiert hätten und gab dieser „Angst vor Putin“ eine Mitschuld für den Ausbruch des Krieges. Polens ehemaliger Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak bezeichnete Merkels Aussagen als „dumm und schädlich“.
Der ehemalige Premier des Landes, Mateusz Morawiecki, zeigte sich ebenfalls entrüstet: „Angela Merkels unüberlegtes Interview hat bewiesen, dass sie eine der für Europa schädlichsten deutschen Politikerinnen des letzten Jahrhunderts ist.“ Sein damaliger Sprecher zeterte: „Diese absurde Argumentation zeigt, wie tief der Pro-Russlandismus in der deutschen Politik verwurzelt ist. Es ist nicht mehr nur die SPD und der ehemalige Bundeskanzler Schröder, sondern, wie man sieht, auch die ehemalige Bundeskanzlerin der CDU.“ Direkte Gespräche mit dem Kreml hätten nichts gebracht, sondern Angst der EU nach außen signalisiert, ist Piotr Müller überzeugt.
Estland: „Merkel hat sich verkalkuliert“
Estlands Außenminister Margus Tsahkna sieht nur einen einzigen Schuldigen: Wladimir Putin. Der Westen habe leider viel zu lange die Warnungen aus dem Baltikum ignoriert. Merkel habe sich bei der wirtschaftlichen Kooperation mit Putin verkalkuliert, so der Minister.
Für den ehemaligen lettischen Außen- und Verteidigungsminister Artis Pabriks klang die deutsche Politikerin, die von Medien während ihrer Amtszeit mehrmals zur mächtigsten Frau der Welt gekürt worden war, „wie eine russische Propaganda-Agentin“.

Merkel-Sprecherin: „Ihre Aussagen sind nicht neu“
Eine Sprecherin Merkels teilte am Montag auf Anfrage mit, die Aussagen der früheren Kanzlerin seien „nicht neu“. Bei einer Veranstaltung im Juni 2022 habe sie sich bereits entsprechend zur Lage im Juni 2021 geäußert. Die Haltung der baltischen Staaten und Polen zu einem Dialog mit Putin erwähnte sie damals aber nicht.
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