Do, 17. Jänner 2019

Gefangen im Eis

28.12.2013 12:13

Antarktis-Rettung: Zwei Eisbrecher gescheitert

Gefangen im Polareis müssen Wissenschaftler und Touristen an Bord eines Expeditionsschiffs in der Antarktis weiter auf ihre Rettung warten. Der chinesische Eisbrecher "Snow Dragon" (kl. Bild) schaffte es nur bis auf Sichtweite zur "MV Akademik Shokalskiy" (gr. Bild). Auf den letzten Kilometern konnte der "Schneedrache" das Eis nicht durchbrechen. Rettung kommt frühestens am Sonntag, nachdem auch ein französischer Eisbrecher in der Nähe aufgab.

Der "Schneedrache" sollte den Eingeschlossenen in der Antarktis rund 2.800 Kilometer südlich der tasmanischen Hauptstadt Hobart einen Weg aus dem Eis aufs freie Meer bahnen. Nun sei der Rettungsversuch aus Sicherheitsgründen abgebrochen worden, hieß es am Samstag. Die Chinesen bleiben jedoch in der Nähe. Sie haben Hubschrauber an Bord. Wenn alle Stricke reißen, könnten Besatzung und Passagiere der "Shokalskiy" auf dem Luftweg gerettet werden.

Expeditionsleiter noch ruhig: "Haben Essen für zwei Wochen"
"Wir haben jede Menge Brennstoff und frisches Essen für zwei Wochen an Bord", so Expeditionsleiter Chris Turney am Samstag per Video über die Situation auf der "Shokalskiy". "Das Schiff ist nicht in Gefahr."

"Wenn sich das Wetter erneut wendet, könnten sich auch neue Wege aus dem Eis für uns auftun", sagte Turney. "Leider ist damit laut Wettervorhersage in den nächsten Tagen nicht zu rechnen", so der erfahrene Expeditionsleiter.

Alle Hoffnungen ruhen auf australischem Eisbrecher
Alle Hoffnungen ruhen nun auf dem australischen Versorgungsschiff "Aurora Australis". Es kann die Region 2.800 Kilometer südlich der australischen Stadt Hobart aber frühestens am Sonntagabend erreichen.

Ein weiterer Eisbrecher, die französische "L'Astrolabe", gab indes seinen Rettungsversuch ebenfalls auf. Zwölf Seemeilen (etwa 22 Kilometer) von der "Shokalskiy" entfernt war das Eis zu dick geworden.

Seit dem Christtag im Eis gefangen
Die "MV Akademik Shokalskiy" sitzt seit dem Christtag im Eis fest. Die Besatzung setzte einen Notruf ab, weil das Schiff aus eigener Kraft nicht mehr aus der Eisdecke kam. An Bord sind nach Angaben der Behörde 74 Menschen. Darunter sind 26 Touristen, die mit Klimaforscher Turney und Kollegen auf den Spuren eines Polarforschers unterwegs sind, der die Region vor 100 Jahren erkundete.

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