Aber nicht heilbar

Multiple Sklerose: Heute bereits gut behandelbar

Gesund
02.09.2025 06:00

Multiple Sklerose ist die häufigste chronisch entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems bei jungen Erwachsenen. Die gute Nachricht: Dank der 2024 aktualisierten Diagnosekriterien und stetig weiterentwickelter Therapieoptionen kann die Erkrankung heute früher erkannt und damit früher sowie deutlich besser behandelt werden.

Multiple Sklerose (MS) ist eine autoimmunvermittelte Erkrankung, bei der es durch fehlgesteuerte Immunreaktionen zu entzündlichen Prozessen und folglich zu Schädigungen im zentralen Nervensystem kommt. Die Symptome sind je nach Lokalisation sehr unterschiedlich und reichen von Sehstörungen über Sensibilitätsstörungen bis hin zu Lähmungen oder geistigen Einschränkungen.

Verlauf erfolgt meist in Schüben
Meist verläuft die Erkrankung schubförmig, in seltenen Fällen kann man bereits zu Beginn einen schleichend fortschreitenden (progredienten) Verlauf beobachten. Auch ein Übergang von einem schubförmigen in einen progredienten Verlauf ist möglich. Diese Unterscheidung benötigt der Arzt für den korrekten Einsatz der unterschiedlichen Medikamente.

Aktuelle Diagnosekriterien
„Eine rasche und korrekte Diagnose durch erfahrene Neurologen ist entscheidend für einen günstigen Krankheitsverlauf“, betont Univ.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Christian Enzinger, Vorstand der Universitätsklinik für Neurologie, Medizinische Universität Graz, im Fachmagazin „Ärzte Krone“. „Hier hat sich einiges getan: Die jüngste Aktualisierung der Diagnosekriterien 2024 ermöglicht eine noch frühere und präzisere Diagnosestellung. Es spielen etwa Bildgebung mittels MRT (inklusiver neuer Merkmale) und die Liquordiagnostik eine zentrale Rolle.“

Therapiekonzept bei MS

  • Die Therapie der akuten MS-Schübe erfolgt mittels hochdosierter Kortisongabe als Infusionstherapie normalerweise über 3-5 Tage.

  • Die gezielte Symptomtherapie kann einerseits medikamentös erfolgen, andererseits auch durch Rehabilitationsmaßnahmen wie z. B. Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie. Hierbei sollen bei MS häufig auftretende Symptome wie Spastik-Schmerzen oder Harnentleerungsstörungen gezielt behandelt werden.

  • Verlaufsmodifizierende Therapien greifen in den Entzündungsprozess ein und sollen das Fortschreiten der Erkrankung und das Neuauftreten von Krankheitsschüben bremsen.

Moderne Therapien geben Hoffnung 
Obwohl eine Heilung derzeit nicht möglich ist, lässt sich der Verlauf durch moderne Therapien heute deutlich positiv beeinflussen. „Das Ziel der Behandlung bei Multipler Sklerose ist es, die Anzahl der Krankheitsschübe zu verringern, neue Schäden im Gehirn zu verhindern, das Fortschreiten der Behinderung zu verlangsamen und so die Lebensqualität möglichst lange zu erhalten“, fasst OÄ Dr. Bettina Heschl, MS-Ambulanz, Universitätsklinik für Neurologie, Medizinische Universität Graz, zusammen.

Viele neue Medikamente
Für die Therapie der schubförmigen MS stehen aktuell viele wirksame Medikamente zur Verfügung. Neuere Studiendaten zeigen, dass ein früher Einsatz hochwirksamer Therapien langfristig vorteilhaft sein kann – auch im Hinblick auf die Verhinderung fortschreitender Verläufe.

Christina Applegate – Promi mit MS
Christina Applegate
Christina Applegate(Bild: Getty Images/Axelle/Bauer-Griffin)

Christina Applegate hat öffentlich gemacht, an MS zu leiden. Die Diagnose erfolgte im Jahr 2021, während der Dreharbeiten zu „Dead to Me“. Sie spricht in sozialen Medien offen über die Herausforderungen, die mit der Krankheit einhergehen, und wie sie gelernt hat, mit den neuen Umständen umzugehen. 

Die Therapie der progredienten, schleichend verlaufenden MS stellt hingegen nach wie vor eine große Herausforderung aufgrund unterschiedlicher Entzündungsmechanismen dar.

Die Behandlung der Multiplen Sklerose umfasst die Behandlung akuter Schübe sowie eine Therapie (verlaufsmodifizierend), die helfen soll, ebendiese hintanhalten und neue Entzündungen zu unterbinden. Ebenso wichtig: Die Therapie von Symptomen.

Anhand intensiver Forschung zeigte sich in den vergangenen Jahren ein enormer Zuwachs neuer Medikamente zur Behandlung der MS. Weitere Therapieoptionen werden aktuell in klinischen Studien untersucht und bei positiven Ergebnissen vielleicht schon bald Eingang in die Therapieliste finden.

Individuelle Behandlung notwendig
Welches Medikament jedoch für den jeweiligen Patienten geeignet ist, muss individuell entschieden werden. Wichtig ist auch eine gemeinsame Entscheidung nach ausführlicher Aufklärung, um eine möglichst gute Krankheitskontrolle bei möglichst geringen Nebenwirkungen zu gewährleisten. 

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

krone.tv

Top 3
Top Gutscheine
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung