10.12.2013 15:37 |

Körper als Versteck

Drogen über "Kuschelzelle" ins Gefängnis gebracht

Die Meldungen über verbotene Aktivitäten von Häftlingen in der Justizanstalt Stein reißen nicht ab. Waren erst am Wochenende im Zuge einer Großrazzia unter anderem 50 Liter an selbstgemachtem Punsch sichergestellt worden, berichtete die Polizei am Dienstag von ausgeklügelten Wegen und Verstecken, um Drogen und andere Gegenstände in die Justizanstalt zu schmuggeln. So soll auch die "Kuschelzelle" des Gefängnisses als Übergabeort beliebt gewesen sein.

Der Drogenschmuggel hinter Gittern dürfte regelrecht floriert haben, immerhin stellten die Beamten des Landeskriminalamtes im Zuge ihrer "Operation New Orleans" über ein Kilogramm Cannabiskraut und 100 Gramm Haschisch in der Justizanstalt sicher. Die Art und Weise, wie die Drogen teils ihren Weg nach Stein fanden, war durchaus kreativ. Neben Eisteepackungen diente in mindestens zwei Fällen offenbar auch der weibliche Intimbereich als Drogenversteck.

So fungierte die Freundin eines Mauretaniers, eine 29 Jahre alte Jus-Studentin aus Wien, als Kurier und überbrachte ihrem 28 Jahre alten Lebensgefährten bei zwei Treffen in der sogenannten Kuschelzelle - ein rund 20 Quadratmeter großer Raum, der über keine Kameraüberwachung verfügt - zumindest 100 Gramm Cannabisharz und 75 Gramm Cannabiskraut, selbstverständlich fein säuberlich verpackt. Damit nicht genug: Die junge Frau soll nach Informationen der "Krone" für ihren Freund auch Sim- und Speicherkarten, USB-Sticks und sogar Bargeld in ihrem Intimbereich geschmuggelt haben.

Fünf Häftlinge in Drogenschmuggel involviert
Doch die Wienerin war laut Polizei bei Weitem nicht die Einzige, die Drogen unbemerkt in die Justizanstalt brachte. Insgesamt wurde gegen 14 Personen ermittelt, fünf davon sind Häftlinge.

Die Untersuchungen waren über einen Grazer Dealer ins Rollen gekommen, der im März 2013 eines natürlichen Todes verstorben war. Er hatte engen Kontakt zu einem in Wien wohnhaften 39-jährigen Algerier, der seinen Unterhalt mit Drogenhandel verdiente und im Mai festgenommen wurde. Es stellte sich heraus, dass der Mann mehrere Insassen der Justizanstalt Stein über einen 43-jährigen Serben und den bereits erwähnten 28-Jährigen beliefert hatte.

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