Sicherheits-Gau. Wie konnte das passieren? Da sitzt in der Salzburger Felsenreitschule die österreichische Staatsspitze mit internationalen Gästen und echter sowie Möchtegern-Prominenz, um bei der offiziellen Eröffnung der Salzburger Festspiele dabei sein, oder sich wenigstens zeigen zu können - und dann stürmen plötzlich ungebetene Gäste die Feier und stören sie mit lauten pro-palästinensischen Rufen, stürmen die Bühne, auf der gerade Vizekanzler Andras Babler spricht und entrollen Transparente von der Galerie. Die Sicherheitskräfte haben alle Mühe, die Aktion in den Griff zu bekommen. In das Festspielhaus waren die Aktivisten, wie sich später herausstellt, mit falschen Mitarbeiterausweisen gelangt. Ein Sicherheitsrisiko habe zu keiner Zeit bestanden, verlautbarte die Polizei. Und doch erklärten Festspiele und Polizei am Nachmittag, dass sie für die Opern-Premiere und die Jedermann-Aufführung am Abend verschärfte Sicherheitsmaßnahmen umsetzen wollten. Eine Ankündigung, die unterstreicht, dass bei der Eröffnungsfeier ein wahrer Sicherheits-Gau passiert war.
Sonntagsreden. „Unbequeme Wahrheiten aussprechen“ wollte Bundespräsident Van der Bellen bei der Eröffnung der Salzburger Festspiele. Was er darunter versteht? Aussagen wie: „Als-ob-Politik löst nichts.“ Ja, eh! „An das größere Gemeinsame denken.“ No na. Um zum Kernpunkt zu kommen: Es freue ihn, wenn sich jetzt in Österreich etwas bewege. Wobei er in der Felsenreitschule die Manuskriptformulierung „Staatsreform“ auf „Strukturreform“ abmilderte. Diese durchzusetzen sei „nicht unbedingt populär, weil alle Beteiligten auf etwas verzichten werden müssen“. Tja. In Online-Reaktionen wurde dem Festredner umgehend die Frage gestellt, worauf denn er verzichte. Sonntagsreden der „hohen Politik“: Sie werden von den hohen Damen und Herren im Festsaal stets beklatscht. Doch werden sie gehört, je befolgt? Man darf zweifeln, annehmen, dass die Appelle ans Gewissen ähnlich verpuffen wie die Predigten der Pfarrer von der Kanzel. So bleibt von der Festspieleröffnung vor allem eine Offenbarung: Da tat sich – siehe oben - eine unglaubliche Sicherheitslücke auf. Und eine andere Offenbarung zu Beginn der Präsidentenrede, als Van der Bellen dem Mozarteum-Orchester für sein Spiel dankte und den Musikern gestand, lieber würde er ihnen zuhören, als seine Rede zu halten. Auch ein guter Gedanke, oder?
Kommen Sie gut durch den Sonntag!
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