Mi, 22. August 2018

Neue Analysemethode

04.12.2013 19:00

400.000 Jahre altes menschliches Erbgut entziffert

Mittels neuer Analysemethoden ist es Forschern gelungen, aus 400.000 Jahre alten Knochenresten eines Homo heidelbergensis menschliches Erbgut zu entschlüsseln. Dabei machten sie eine überraschende Entdeckung: Es zeigte sich nämlich, dass der Hominine mit dem sogenannten Denisova-Menschen verwandt ist.

Es sei gelungen, eine nahezu vollständige mitochondriale Erbgutsequenz eines Homo heidelbergensis, dessen Überreste in einer Höhle im Norden Spaniens gefunden worden waren, zu bestimmen, berichten Wissenschaftler um Matthias Meyer vom Leipziger Max-Planck-Institut (MPA) für evolutionäre Anthropologie im Fachjournal "Nature".

Gemeinsamer Vorfahre mit Denisova-Menschen
Anhand der in den alten DNA-Sequenzen fehlenden Mutationen berechneten die Forscher das Alter des Homo heidelbergensis auf etwa 400.000 Jahre. Darüber hinaus stellten sie bei Untersuchungen fest, dass dieser Hominine und die Denisova-Menschen (ausgestorbene Verwandte des Neandertalers aus Asien, Anm.) vor etwa 700.000 Jahren einen gemeinsamen Vorfahren hatten.

"Dass die mtDNA (mitochondriale DNA, Anm.) des Homininen einen gemeinsamen Vorfahren mit der mtDNA des Denisova-Menschen und nicht mit der des Neandertalers teilt, überrascht uns, denn die Fossilien von Sima de los Huesos (einer Kammer in einer Höhle in Spanien) weisen Merkmale auf, die vom Neandertaler zu stammen scheinen", sagt Meyer.

Angesichts ihres Alters und der Ähnlichkeit zum Neandertaler könnten die Homininen aus Spanien mit der Population verwandt sein, aus der später sowohl die Neandertaler als auch die Denisova-Menschen hervorgegangen sind. Alternativ dazu könnte eine andere Gruppe von Homininen Denisova-ähnliche mtDNA an die Sima-Homininen oder deren Vorfahren weitergegeben haben.

Fund deutet auf kompliziertes Evolutionsmuster hin
"Dieses unerwartete Ergebnis deutet auf ein kompliziertes Evolutionsmuster hinsichtlich der Entstehung von Neandertalern und modernen Menschen hin", sagt Juan-Luis Arsuaga, Direktor des Forschungszentrums zur Evolution und zum Verhalten des Menschen am MPA.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Die „Krone“ vor Ort
Gruselig! Nur Polizei bei Salzburgs Geister-Hit
Fußball International
Das Vertrauen lebt
Deutschland macht mit Löw und Bierhoff weiter
Fußball International
Champions-League-Quali
0:0! Nun wartet auf Red Bull Salzburg ein Endspiel
Fußball National
Anklage fallengelassen
Hillsborough-Katastrophe: Polizist entlastet!
Fußball International
Kein Platz in Madrid
Real-Youngster Ödegaard geht zu Vitesse Arnheim!
Fußball International
Aus und vorbei
Thomas Doll nicht mehr Trainer von Ferencvaros
Fußball International
Franz Lederer gefeuert
Robert Almer neuer Sportdirektor bei Mattersburg!
Fußball National

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.

Nachrichten aus meinem Bundesland
Die Bekanntgabe Ihres Bundeslandes hilft uns, Sie mit noch regionaleren Inhalten zu versorgen.