Der Vorarlberger Energieversorger Illwerke VKW und die Industriellenvereinigung Vorarlberg (IVV) wollen gemeinsam den Energiesektor ummodellieren. Der Strombedarf wird in den kommenden Jahren massiv steigen, während die Nachfrage nach Gas zurückgehen wird.
Die Industrie ist ein wesentlicher Faktor in Vorarlbergs Wirtschaftsgefüge. Bei der Erhaltung der Standortattraktivität spielt wiederum die Energieversorgung eine zentrale Rolle. Derzeit verbraucht dieser Sektor im Ländle rund 1 Terrawattstunde (TWh) Strom. Insgesamt werden in Vorarlberg 2,6 bis 2,7 TWh benötigt. Der Gasbedarf der Industrie liegt aktuell bei 0,9 TWh (gesamt: 2 TWh). Christof Germann, Vorstand der Illwerke VKW, erklärte am Montag, dass sich der Energiebedarf der Industrie in den kommenden 15 Jahren nur marginal erhöhen werde. Allerdings wird es zu einer gewaltigen Verschiebung innerhalb des Verbrauchs kommen. Bis 2040 wird der Bedarf an Strom um 40 Prozent steigen, jener an Erdgas um 40 Prozent sinken. Andere fossile Brennstoffe – Germann denkt hier vor allem an Öl – werden zu diesem Zeitpunkt bereits ausgedient haben. Soweit die Prognose.
Insgesamt braucht es mehr Anstrengung, die Energie der erneuerbaren Quellen gut ins System zu integrieren.
Christof Germann, Illwerke VKW
Als Konsequenz aus dem erhöhten Strombedarf – nicht nur im Industriesektor – setzen die Illwerke nun verstärkt auf erneuerbare Energieträger. „Wir werden uns stark in der Windenergie engagieren“, erklärte Germann. Und zwar in Deutschland, denn dort sei das Potenzial weit größer als in Vorarlberg. Zwar werden auch in Ostösterreich, im Burgenland und Niederösterreich, Windparks betrieben, aber dort hätten die Illwerke so gut wie keinen Zugang. Derzeit werden 0,2 TWh Strom aus Windenergie bezogen, das soll mittelfristig auf 1 TWh gesteigert werden.
Neben der Energiequelle braucht es aber auch entsprechende Netze und Speichermöglichkeiten – und insgesamt mehr Anstrengung, um die Energie der erneuerbaren Quellen gut ins System zu integrieren. Unverzichtbar nannte Germann zudem die Nutzung der industriellen Abwärme, derzeit werde an einem Projekt im unteren Rheintal gearbeitet. Laut dem Vorstand soll die künftige Energie sicher, leistbar und erneuerbar sein.
Technologische Umrüstung
IV-Präsident Elmar Hartmann betonte den Wettbewerbsnachteil, unter dem Europa gegenüber den USA und Asien aufgrund der höhren Energiepreise leide. Dagegen halten will er mit neuen Technologien und einer Energietransformation. Den Industriesektor sieht er dabei als „Teil der Lösung, nicht des Problems“. Die Unternehmen bräuchten mehr Planungssicherheit, schnellere Verfahrensabwicklungen und Bürokratieabbau. So hätten die Betriebe genug Spielraum, um die technologische Umrüstung zu schaffen.
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