Giovanelli & Plaschg

Halle für Kunst zeigt junge, weibliche Positionen

Steiermark
28.06.2025 11:00

Die Halle für Kunst Steiermark in Graz zeigt über den Sommer zwei aufgehende Sterne der Malerei: Louise Giovanelli aus Manchester (UK) und die gebürtige Steirerin Evelyn Plaschg.

Louise Giovanelli sucht Brüche. Das Gesicht einer jungen Frau („Entheogen“, 2023) sieht ekstatisch aus, leuchtet giftig-grün, ihr Mund ist weit geöffnet. Sex, Drogen, Party? Nein, erklärt die Künstlerin beim Rundgang durch ihre Schau in der Halle für Kunst in Graz. „Es ist tatsächlich sehr unschuldig.“ Die Frau empfängt die Kommunion. 

Es sind mehrdeutige Momente der Transzendenz, die das Schaffen der 32-jährigen britischen Künstlerin Giovanelli immer wieder durchziehen, Schwellen am Übertritt in eine andere Welt, in ein anderes Bewusstsein. Zehn neue Arbeiten hat der Shooting-Star aus Manchester für „A Song of Ascents“ geschaffen – eine Kooperation zwischen der Halle für Kunst, The Hepworth Wakefield in Yorkshire und dem Museum Villa Stuck in München. Ein zentrales Motiv sind Vorhänge: Sie sind grün, wie jener auf einem großformatigen Triptych „Stoa“ (2024) – „die Farbe, die man bei einem Vorhang am wenigsten erwarten würde“ – oder glitzern türkis wie das Meer („Decades“, 2024). Auf welcher Seite der Bühne steht der Betrachter? Das bleibt offen. Sie sei von den Malern der Renaissance inspiriert, sagt Giovanelli. „Ich wollte sein wie sie.“

Louise Giovanelli in Graz
Louise Giovanelli in Graz(Bild: kunst-dokumentation.com / Manuel)

Oft nehmen Giovanellis Malereien eigene Fotos oder Filmstills als Ausgangspunkt. Mit knalligen Farben, aber auch mit Techniken wie Pointillismus überzieht sie sie mit Verfremdung. Eine Bardame malt sie in der Nahaufnahme durch die Brechung eines Glases. Die Struktur einer Perücke wird zur Studie von Licht und Schatten. „Sie macht ein theatrales Moment auf“, sagt Direktor und Kurator Sandro Droschl. „Je persönlicher es wird, desto gebrochener.“

Evelyn Plaschg in der Ausstellung „Viscous City“ in der Halle für Kunst
Evelyn Plaschg in der Ausstellung „Viscous City“ in der Halle für Kunst(Bild: kunst-dokumentation.com / Manuel)

Städte, die fließen
Im Keller der Halle für Kunst ist mit „Viscous City“ eine weitere beeindruckende Schau zu sehen. Die steirische Künstlerin Evelyn Plaschg zeigt neben früheren Arbeiten, in denen sich Körper überlagern, urbane Perspektiven: Städte aus Viskose, nass verwischte Straßen. Ihre Arbeiten imitieren den Blick der Menschen auf den sozialen Raum Stadt. Mal findet Plaschg, die in Gnas geboren wurde und in Wien lebt, Inspiration in Reihen von Hochhäusern, mal in Körperteilen, mal bei einem Reißverschluss, der wie eine Orchidee aussieht. Grenzen, Formen und Zustände sind hier aufgelöst. Alles fließt. Das sollte man gesehen haben.

Bis 28. September bei freiem Eintritt, Di-So 10-18 Uhr.

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