Einigung erzielt

Priebke wird jetzt doch in Italien beigesetzt

Ausland
19.10.2013 18:59
Nach einem mehrtägigen Streit um die Bestattung des NS-Kriegsverbrechers Erich Priebke bahnt sich eine Lösung an. Der Ex-SS-Mann, der am 11. Oktober im Alter von 100 Jahren in Rom gestorben war, soll an einem geheimen Ort in Italien beigesetzt werden.

Sein Anwalt Paolo Giachini sagte am Samstag in Rom, er habe darüber eine Einigung mit den italienischen Behörden erzielt. Es sei zu einer zufriedenstellenden Lösung gekommen, versicherte der Rechtsanwalt. Er wolle jedoch nicht den vereinbarten Bestattungsort bekannt geben, sagte Giachini nach Angaben italienischer Medien vom Samstag. Er betonte, dass Priebke nicht in Rom und Umgebung beerdigt werde, da der Polizeichef ein Verbot verhängt hatte, den Ex-SS-Mann in der Gegend zu bestatten.

Der Rechtsanwalt Priebkes berichtete, dass nach der Bestattung eine Trauerzeremonie im engsten Kreis der Familie und der Freunde des Toten stattfinden werde. "Die Lösung, die wir für Priebkes Überreste erreicht haben, ist für die Familie zufriedenstellend", erklärte Giachini.

Proteste bei Trauerfeier
Die Stadt Rom hatte die Beisetzung des NS-Verbrechers abgelehnt - aus Sorge, das Grab könne zu einer Pilgerstätte für Rechtsradikale werden. Der Sarg Priebkes, welcher im März 1944 an dem Nazi-Massaker an 335 Zivilisten in der Nähe von Rom beteiligt war, war am Dienstagabend zum Flughafen gebracht worden, nachdem in der Kleinstadt Albano vor dem Totendienst für Priebke vehemente Proteste ausgebrochen waren. Eine Trauerfeier, die von der erzkonservativen Piusbruderschaft organisiert wurde, musste abgebrochen worden.

Seit Priebkes Tod hatten mehrere Länder und Städte es abgelehnt, den ehemaligen SS-Offizier zu bestatten, darunter sein Geburtsort Hennigsdorf in Brandenburg sowie Bariloche in Argentinien, wo er jahrzehntelang gewohnt hatte. Priebke lebte nach seiner Verurteilung wegen seiner Beteiligung am Massaker in den Ardeatinischen Höhlen 1944 mit 335 Toten - darunter 75 Juden - im lockeren Hausarrest in Rom. Er wollte nach Angaben seines Anwalts in Argentinien neben seiner Ehefrau beigesetzt werden.

Bis 1994 in Argentinien gelebt
Bis 1994 hatte Priebke 40 Jahre lang unbescholten unter seinem echten Namen in einem Badeort in Argentinien gelebt. Dann entdeckte ihn ein nach Nazis recherchierender US-Journalist, und der einstige SS-Offizier wurde nach Italien ausgeliefert. Dort wurde er wegen des Massakers in den Ardeatinischen Höhlen bei Rom verurteilt, doch nur ein Jahr später kam er wegen seines schlechten Gesundheitszustands und hohen Alters wieder aus dem Militärgefängnis frei und in Hausarrest.

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