Präsident beleidigt
Schwedischer Journalist in der Türkei verurteilt
Seit Ende März sitzt der schwedische Journalist Kaj Joakim Medin (40) in Istanbul in Untersuchungshaft. Die Vorwürfe wiegen schwer, er selbst weist jede Schuld von sich.
Der Vorwurf der Präsidentenbeleidigung soll unter anderem im Zusammenhang mit einer Demonstration 2023 in Stockholm stehen, bei der etwa ein Bildnis von Erdogan an der Außenseite des Rathauses aufgehängt wurde. Medin sagte laut MLSA bei Gericht aus, nie an dem Protest teilgenommen zu haben und im Ausland gewesen zu sein.
Fotos, mit denen einige seiner journalistischen Texte bebildert worden waren und die ihm in dem Verfahren zur Last gelegt wurden, habe er etwa nicht selbst ausgewählt. „Meine Absicht war nie, Präsident Erdogan zu beleidigen“, zitierte ihn MLSA.
Medin, der für die schwedische Tageszeitung „Dagens ETC“ arbeitet, wurde nun zu elf Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Wegen eines weiteren Verfahrens im Zusammenhang mit Terrorvorwürfen sei er nicht entlassen worden, sondern weiterhin in Untersuchungshaft, teilte die Anwaltsvereinigung MLSA mit.
Vorwurf der „Propaganda“ für verbotene PKK
Medin wird weiterhin Mitgliedschaft in einer bewaffneten terroristischen Organisation vorgeworfen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Demnach soll der Schwede in den sozialen Medien „Propaganda“ für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK verbreitet haben. Die Behörden beriefen sich laut Anadolu auch auf Medins Berichterstattung aus Syrien, dem Irak und dem Südosten der Türkei zwischen 2014 und 2017. Der Prozess dazu steht noch aus.








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