Der Kärntner Künstler Peter Jellitsch bespielt zurzeit die Stallungen der Kaiservilla in Bad Ischl mit seiner Schau „All my colours turn to clouds“. Wir besuchten ihn zum Gespräch vorab in seinem Wiener Atelier.
Er habe immer den Raum im Kopf, sagt Peter Jellitsch, als ich ihn in seinem Atelier im 15. Wiener Gemeindebezirk besuche, wo er gerade seine Ausstellung „All my colours turn to clouds“ in den Stallungen der Kaiservilla in Bad Ischl vorbereitet.
„Das hat sicher damit zu tun, dass ich Architektur und Bildhauerei studiert habe“, sagt der 43-jährige Kärntner, „ich lasse mich auch durch Räume verleiten, ob ich der Ausstellung zusage oder nicht!“
Da, wo vor ihm zuletzt Ai Weiwei im Rahmen der „Kulturhauptstadt 2024“ seinen chinesischen Drachen fliegen ließ, zeigt Jellitsch „sehr großformatige“ Leinwände: „Aber ich lasse die Wände unangetastet und zeige die Bilder wie auf einer Staffelei, fast so wie noch im Arbeitsprozess.“ Warum? Jellitsch lacht: „Dafür habe ich keine rationale Erklärung, aber es war für mich in dem Moment klar, als ich die Stallungen betreten habe!“ 3 Meter hoch und 2,40 m in der Breite messen die Werke mit den markanten verschlungenen Konturen aus dickem Pinselstrich, erinnern bisweilen an Otto Zitko, Keith Haring oder Cy Twombly.
Derlei Vergleiche lässt Jellitsch gerne zu, nimmt sie als Kompliment. Im Vordergrund steht für ihn der Wiedererkennungswert: „Ich glaube, den habe ich mir schon ein bisschen erarbeitet“, schmunzelt der passionierte Padel-Tennis-Spieler, und verweist stolz auf seine Zusammenarbeit mit Vöslauer, für die er die Etiketten der Sommeredition gestaltet hat, oder jene mit Luxusautomarke Jaguar, für die er ein F-Type-Unikat designte.
Die Strahlwirkung dieser Projekte war enorm, berichtet Jellitsch, der darin eine ideale Gelegenheit sieht, „Kunst aus den heiligen Hallen der Galerien und Museen hinauszutragen und die Kunstblase aufzulockern“.
Dass man da gerne und schnell in die Schublade der Kommerzialisierung gesteckt wird, sieht er gelassen: „Nehmen Sie z. B. Salvador Dalí, der hat für den spanischen Schlecker-Hersteller Chupa Chups Ende der 1960er-Jahre das Logo entworfen. Kommerzialisierung ist immer ein Teil der Kunstgeschichte gewesen!“
Größter Fan ist sowieso die siebenjährige Tochter Rosi, die in Papas Bildern Elefanten und andere Tiere entdeckt: „Genau das ist ja das Spannende an der Kunst“, sagt Jellitsch, „denn sie ist eines der letzten Betätigungsfelder auf der Welt, wo es kein Richtig und kein Falsch gibt!“
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.