Naturverbunden
Indigene Samen kämpfen in Schweden gegen Minen
Die Samen gelten als einzige indigene Bevölkerung Europas. Seit dem Ende der letzten Eiszeit ziehen sie mit Rentierherden umher, etwa 80.000 von ihnen gibt es noch - sie leben in Norwegen, Schweden, Finnland, Russland sowie der Ukraine.
In Schweden hat das friedliche Dasein jedoch ein Ende gefunden, seit sich Bergbaufirmen nahe des nördlichen Polarkreises breitmachen, berichtet die "New York Times". Dabei stehen die Samen und Umweltschützer nicht nur den Unternehmen gegenüber, sondern auch Einheimischen, die nicht der Volksgruppe angehören. Schließlich leiden die abgeschiedenen Gebiete wie die Stadt Jokkmokk mit 5.000 Einwohnern seit Langem unter Abwanderung.
Starke Verbindung zu Natur und Land
Dass die Samen gegen den Bergbau stemmen, habe mit ihren Traditionen und dem Lebensgefühl zu tun, das sie sich bewahrt hätten, werden Vertreter des Volkes im Bericht zitiert. Zwar haben sich die Samen in die moderne Welt integriert und halten ihre Tiere in Notfällen schon mal mit Schneemobilen und Helikopter zusammen, doch: "Alle Samen haben eine starke Verbindung zur Natur und dem Land, das ihre Vorfahren genützt haben", beschreibt etwa Aile Aiko vom Samen-Museum in Inari, Finnland. Die Balance in der Natur sei "alles" für das Volk.
Volksgruppe lange unterdrückt
Die Samen sind zähe Kämpfe um das Bewahren ihres Lebensstils gewöhnt: Sie wurden vielfach unterdrückt, ihre Kultur und Bräuche verboten, die Sprache wurde verbannt - heute spricht nur noch etwa ein Viertel der Samen ihre Sprache. Dass nun auch noch ihr Land für Eisenabbau freigegeben werden soll, wollen sie sich daher nicht gefallen lassen.
Bergbau soll Arbeitsplätze bringen
Die Befürworter hingegen argumentieren, es gehe nur um kleine Areale, die die Rentierherden nicht beeinträchtigen würden. Zudem würden 250 Arbeitsplätze in der Region ebenso geschaffen wie Möglichkeiten für lokale Unternehmen. Darauf hoffen auch Teile der Bevölkerung wie Kjell Ek. Die Einwohnerzahl in Jokkmokk habe sich in den letzten 50 Jahren halbiert, so der 62-Jährige. Man könne leider nicht von Rentierherden allein leben.
Samen hoffen auf Landbesitz
Wie der Streit weitergeht, ist unklar. Schließlich gehört den Samen laut schwedischem Gesetz das Land, auf dem sie seit fast 9.000 Jahren leben, nicht - sie dürfen es aber für ihre Herden nützen. Die Samen haben nun erneut die Regierung angerufen, die Gesetze zu ändern und ihnen das Land ihrer Vorfahren zu überlassen. Ende September soll ein Bericht klären, ob der Bergbau negative Auswirkungen auf die Umwelt haben könnte. So lange ist von der Regierung vermutlich kein Kommentar zu erwarten.
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