"Es war eine blöde Situation", sagt Hubschrauberpilot Markus Seidl (44) von "Christophorus 11" am Tag nach dem Einsatz. Am Tag, nachdem er im Strandbad gelandet war, um einen Pensionisten nach einem Herzanfall rasch ins Spital zu bringen. Die improvisierte Landung am Steg hatte zu heftigen Beschimpfungen durch Badegäste geführt, die über verloren gegangene Gegenstände klagten. Die meisten wurden später aber wiedergefunden.
"Natürlich war niemand darauf vorbereitet, aber als Retter musst du schnell handeln. Jede Sekunde kann entscheiden. Und es war zu dem Zeitpunkt gerade kein anderes Rettungsauto mit Notarzt in der Nähe", schildert Seidl. Die Beschimpfungen danach hätten ihn dennoch überrascht, "es war aber leider keine neue Erfahrung. Es kommt immer wieder vor".
"Jeder soll sich einfach bei der Nase nehmen"
Unglaubliche Erfahrungen, die auch andere Rettungsdienste machen. Erst kürzlich wurden Wasserretter in Krumpendorf beschimpft. "Das ist deprimierend für alle Helfer", so Heinz Kernjak, Chef der Wasserrettung: "Die Leute vergessen, dass die Helfer dringend Platz brauchen. Stattdessen stehen sie im Weg herum und halten mit ihrer Handykamera drauf."
Auch Peter Ambrozy, Chef des Roten Kreuzes, kennt solche Geschichten. "Es gab schon Beschwerden, nur weil unsere Rettungsautos ihr Folgetonhorn aktiviert hatten", so Ambrozy, der aber betont, dass der Großteil der Menschen sehr wohl kooperativ sei. "Jeder soll sich einfach bei der Nase nehmen", meint Rudolf Schober, Präsident des Zivilschutzverbandes. "Wenn man einmal selbst in einer Notlage ist, hofft man ja auch auf schnelle Hilfe."
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