Donizettis „L‘elisir d‘amore“ gelingt der Staatsoper nett, aber auch nicht mehr. Nadine Sierra stellt sich als für Wien neue, soubrettig leichtgewichtige Adina vor.
Selbst wenn diesmal ein kleiner Wurm drinnen ist – reicht man an der Staatsoper noch keinen Meskal, sondern immer noch Donizettis „Liebestrank“. Der geht eigentlich immer runter. Erst recht, wenn ein Tenorissimo wie Xabier Anduaga als Nemorino die Korbflasche schwingt. Selbst wenn er nicht in der gewohnten Form strahlt, sondern eher müde und matt klingt und agiert. Solange er „Una furtiva lagrima“ gut über die Rampe bringt, ist es ein Erfolg. Da braucht es nicht einmal ein Dacapo.
Allerliebst umgurrt ihn dazu Nadine Sierra mit ihrem etwas dünnen, aber geläufigen Soubretten-Sopran. Als entzückende Giannetta stellt sich Opernstudio-Mitglied Hannah-Theres Weigl vor. Davide Luciano lässt den Belcore als kernigen Potenzprotz raushängen und singt die charmante Belcanto-Rolle entsprechend knackig bell-kantig.
Glücklich bewährt sich einmal mehr die Partie des Dulcamara als dankbares Objekt für einen Publikumsliebling wie Bryn Terfel. Zu einem solchen wird der unsensibel drauf- und dreinhauende Francesco Ivan Ciampa wohl nicht aufsteigen.
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