300 Tonnen pro Tag

Verseuchtes Wasser strömt in Fukushima ins Meer

Ausland
07.08.2013 12:45
Die Hiobsbotschaften aus der Atomruine Fukushima reißen nicht ab: Am Mittwoch hat die japanische Regierung mitgeteilt, dass jeden Tag 300 Tonnen belastetes Wasser aus der havarierten Anlage ins Meer strömen. Die Kontaminierung sei jedoch auf Bereiche nahe dem Kernkraftwerk beschränkt, hieß es nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo. Nun soll ein unterirdischer Schutzwall verhindern, dass noch mehr Grundwasser in die Anlage eindringt.

Infolge des Erdbebens und verheerenden Tsunamis vom 11. März 2011 war es in dem AKW, das gut 200 Kilometer nördlich von Tokio steht, in mehreren Reaktoren zur Kernschmelze gekommen. Der Betreiber, der Energiekonzern Tokyo Electric Power (Tepco), hatte im vergangenen Monat zugegeben, dass hochgradig belastetes Wasser in den Boden einsickere und das Meer verseuche. Die Ursache dafür müsse noch gefunden werden.

Gewaltige Massen radioaktiv verseuchten Wassers
Die gewaltigen Massen radioaktiv verseuchten Wassers in der zerstörten Anlage stellen für die Reparaturtrupps eines der größten Probleme dar. Dabei handelt es sich nicht nur um die riesigen Wassermengen, die zur nötigen ständigen Kühlung in die Reaktoren gepumpt werden. Erschwerend hinzu kommt, dass jeden Tag rund 400 Tonnen Grundwasser in die Reaktorgebäude eindringen und sich dort mit dem kontaminierten Kühlwasser vermischen. Die auf dem Areal gebauten Auffangtanks reichen für das kontaminierte Wasser kaum aus.

Um ein weiteres Eindringen von Wasser in die zerstörte Atomanlage zu verhindern, soll jetzt ein unterirdischer Wall aus gefrorenem Boden um die Reaktorgebäude errichtet werden, wie Kyodo weiter berichtete. Zu diesem Zweck sollen Rohre mit chemischen Kühlmitteln um die Gebäude der Reaktoren 1 bis 4 im Erdreich verlegt werden. Der auf diese Weise entstehende Schutzwall aus gefrorenem Boden werde voraussichtlich eine Länge von 1,4 Kilometern haben.

Geplanter Schutzwall weltweit beispiellos
Da der ohnehin schon finanziell schwer belastete Betreiberkonzern Tepco die dafür nötigen Mittel nicht wird aufbringen können, müsse der Staat einspringen, wie ein Regierungssprecher am Mittwoch erklärte. Der Bau eines Schutzwalls mit gefrorenem Boden von solchen Ausmaßen sei in der Welt beispiellos. Um so etwas errichten zu können, müsse der Staat dafür aufkommen, wurde der Sprecher zitiert.

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