Munition explodiert

Zypern: Fünf Jahre Haft für Ex-Heeres-Minister

Ausland
02.08.2013 15:43
Es war eine Explosion, welche die halbe Mittelmeerinsel Zypern erschütterte. Zwei Jahre nach der Detonation eines Munitionslagers im Süden des Landes mit 13 Toten und Dutzenden Verletzten hat nun ein Gericht vier Hauptverantwortliche verurteilt. Der prominenteste darunter ist der frühere Verteidigungsminister Kostas Papakostas (kl. Bild), der fünf Jahre Haft wegen fahrlässiger Tötung verbüßen muss.

Die Container seien einfach ihrem Schicksal überlassen worden, befand das Gericht. Papakostas sei verantwortlich für die Kontrolle der Fracht gewesen. Das Verteidigungsministerium sei sich der tödlichen Gefahr, die von der Ladung ausgegangen sei, bewusst gewesen.

Warnungen vor unsachgemäßer Lagerung ignoriert
Das Gericht in der Hafenstadt Larnaka verurteilte zudem den damaligen Chef der Feuerwehr und seinen Stellvertreter sowie den Chef des Katastrophenschutzes zu jeweils zwei Jahren Haft. Während der mehrmonatigen Gerichtsverhandlung wurde festgestellt, dass es vor dem Unglück mehrere Warnungen von Experten gegeben hatte, die die Regierung auf die drohende Explosionsgefahr hingewiesen hatten.

Munition stammte aus illegaler Waffenlieferung nach Gaza
Am 11. Juli 2011 waren im Marinestützpunkt nahe der Ortschaft Zygi mehrere nicht vorschriftsgemäß gelagerte Container mit Munition explodiert. Diese stammten aus einem illegalen Transport in den Gazastreifen und waren drei Jahre zuvor an Bord eines Frachters vor Zypern beschlagnahmt worden.

Tote, Verletzte und gewaltige Zerstörung nach Explosion
Durch die Explosion wurden nicht nur 13 Menschen getötet und Dutzende verletzt, sondern auch der gesamte Stützpunkt sowie umliegende Gebäude, Tavernen und Bars am Strand schwer beschädigt. Ein Elektrizitätswerk wurde verwüstet. Die daraus resultierenden Engpässe in der Stromversorgung verschärften die wirtschaftlichen Probleme des Staates.

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