Die Ungeduld unter den Genossen in der SPÖ Oberösterreich steigt von Tag zu Tag: Die Suche nach einem Nachfolger für Michael Lindner an der Spitze der Partei und in der Landesregierung dauert für viele schon zu lange. Auch die Kritik an Interimschef Alois Stöger wächst.
„Schön langsam gewinnt man den Eindruck, Alois Stöger möchte wirklich selbst im Amt bleiben und Landesrat werden“, sagen Mitglieder des Landesparteivorstandes der SPÖ und weisen auf ein „Jubiläum“ hin, wo die Sektkorken sicher nicht knallten: Am 19. Februar „feierte“ man 100 Tage Suche nach einem neuen Parteivorsitzenden.
Zwei Kandidaten werden für die Nachfolge favorisiert, fix ist aber nichts
Mit dem heutigen Tag sind es sogar schon 107 Tage, in denen die Genossen auf die Folter gespannt werden und noch immer nicht wissen, wer die Partei künftig anführt, wie man sich positioniert und mit welchen Themen man in die Zukunft geht – auch im Hinblick auf die Landtagswahl 2027.
Innerparteilich steigt die Unzufriedenheit mit Stöger. Etwa, weil er niemanden präsentiert, sich tagespolitisch aber immer mehr zu Wort meldet. Zuletzt etwa nach dem Terrorattentat in Villach, wo er für die SP die Forderung aufstellte, man soll die Betreiber von TikTok als Mittäter sehen.
Von Oberösterreich und seinen Problemen ist das weit entfernt, ärgert man sich. Stöger agiere wie ein Bundespolitiker, der er als „Minister für eh alles“ auch lange war. Die Genossen sind ungeduldig, auch wenn immer mehr Namen – etwa Martin Winkler oder Stefan Guggenberger – durchgestochen werden. „Bleibt nur zu hoffen, dass es bei uns nicht länger dauert als in Wien bei der Bildung einer Bundesregierung“, ätzt ein Genosse.
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