20.07.2013 08:15 |

Landesweite Demos

Erneut Tote bei Krawallen in Ägypten

Bei Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern des gestürzten ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi sind nach Medienberichten erneut mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Landesweit waren am Freitag Zehntausende auf die Straßen gegangen. Die tödlichen Krawalle ereigneten sich am Abend in der Stadt Mansoura im Nildelta, wie die staatliche Zeitung "Al-Ahram" berichtete.

Die größten Kundgebungen gab es in der Hauptstadt Kairo. Demonstranten beider Lager harrten dort auch am frühen Samstagmorgen noch aus. Zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kam es auch in Qina in Oberägypten. Dort setzte die Polizei laut "Al-Ahram" Tränengas ein, um die verfeindeten Parteien auseinanderzuhalten.

"Mursi ist unser Präsident!"
Die Mursi-Unterstützer hielten bei ihren Kundgebungen vielfach Bilder des gestürzten Politikers in die Höhe, riefen "Mursi ist unser Präsident!" und schrien Parolen gegen den Armeekommandanten Abdel Fattah al-Sisi, der den Islamisten vor mehr als zwei Wochen entmachtet hatte.

Die größte Demonstration fand vor der Rabaa-al-Adawiya-Moschee im Osten Kairos statt, wo die Muslimbruderschaft unmittelbar vor dem Sturz Mursis ein Protest-Camp eingerichtet hatte. Große Menschenmengen füllten auch im Westen Kairos den Platz vor der Universität. Gegner der Islamisten versammelten sich zur selben Zeit in weitaus kleinerer Zahl auf dem zentralen Tahrir-Platz in Kairo.

Militär verstärkte Präsenz
Das Militär hatte angekündigt, die Sicherheitskräfte würden jeden Versuch, bei den Protesten Gewalt anzuwenden, mit aller Härte beantworten. In Kairo zeigte die Armee stärkere Präsenz als sonst. An manchen Stellen waren Panzer zu sehen. Truppen der Bereitschaftspolizei sicherten verstärkt den Präsidentenpalast und die Zugänge zum Tahrir-Platz. Kampfflugzeuge donnerten im Tiefflug über die Stadt.

Mursi war am 3. Juli vom Militär gestürzt worden. Seitdem kamen bei Krawallen und Zusammenstößen mit Sicherheitskräften Dutzende Menschen ums Leben. Das Militär setzte eine zivile Übergangsregierung ein, die das Land zu Neuwahlen in sechs Monaten führen soll. Mursi wird seit dem Umsturz an einem unbekannten Ort und ohne formelle Anklage festgehalten.

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