02.07.2013 10:41 |

Schutz für Alte

Besuch bei den Eltern ist in China ab sofort Pflicht

In China ist am Montag ein neues Gesetz in Kraft getreten, das den regelmäßigen Besuch der eigenen Eltern und Großeltern zur Pflicht erhebt. Es schreibt vor, dass Menschen über 60 "oft" von ihren Verwandten besucht werden müssen, so will das kommunistische Land eigenen Angaben nach dem Verfall des traditionellen Familienzusammenhalts entgegenwirken. Eine Frau ist aufgrund des neuen Gesetzes bereits dazu verurteilt worden, ihre Mutter zu besuchen.

Ein Gericht im ostchinesischen Wuxi ordnete am Montag laut einem Bericht der Zeitung "Wuxi Daily" an, dass die Frau ihre gehbehinderte 77-jährige Mutter mindestens alle zwei Monate besuchen und zwei der nationalen Ferien in China bei ihr verbringen müsse. Bei Missachtung der Gerichtsentscheidung, die auch für den Mann der Tochter gilt, könnten Strafzahlungen angeordnet werden.

Das Paar hatte dem Bericht zufolge zugesichert, sich um die alte Frau zu kümmern, deren Name nur mit Chu angegeben wurde. Nachdem die Mutter nach einem Familienstreit aber bei ihrem Sohn eingezogen sei, hätten die Tochter und ihr Mann sie nicht mehr besucht.

Vernachlässigte alte Menschen sorgen für Empörung
Vor dem Inkrafttreten des Gesetzes hatten Berichte über vernachlässigte und misshandelte alte Menschen landesweit für Empörung gesorgt. Dies sollen verpflichtende Besuche nun ändern, auch wenn im Gesetzestext nicht genau definiert wird, was unter "oft" zu verstehen ist. In China sind nach Angaben der nationalen Statistikbehörde gut 14 Prozent der Bevölkerung, also 194 Millionen Menschen, älter als 60 Jahre alt. Laut UN-Schätzungen wird ihr Anteil bis zum Jahr 2050 auf 30 Prozent steigen.

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