Polizei attackiert
Kosovo: Heftige Proteste wegen Serbien-Abkommen
Einige von ihnen besprühten Polizisten mit Farbe, die Beamten setzten daraufhin Tränengas ein. Nach offiziellen Angaben wurden mindestens 17 Polizisten verletzt. Mindestens 68 Menschen wurden festgenommen, die die Abgeordneten am Betreten des Parlaments gehindert hatten. Der Protest war von Vetevendosje organisiert worden.
Das Abkommen war nach mühsamen Verhandlungen zustande gekommen. Dabei ging es besonders um die Eingliederung der serbischen Minderheit im Nordkosovo in den kosovarischen Staat und zugleich Autonomierechte etwa in punkto ihrer Vertretung in Polizei und Justiz in der Region. Das Kosovo hatte im Jahr 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt, deren Anerkennung Belgrad strikt ablehnte.
Grünes Licht für EU-Beitrittsverhandlungen mit Serbien
Das Abkommen war eine Hauptvoraussetzung für eine Annäherung beider Staaten an die EU. Die EU-Außenminister sprachen sich am Dienstag für Beitrittsverhandlungen mit Serbien aus. Gleichzeitig sollen Verhandlungen mit dem Kosovo über ein Assoziierungsabkommen aufgenommen werden.
Die Empfehlungen gelten als Grundlage für entsprechende Beschlüsse beim EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag in Brüssel. Gestritten wird noch über den Starttermin für die serbischen Beitrittsgespräche. Die Regierung strebt einen Beginn der Verhandlungen im Jänner an. Andere EU-Mitgliedstaaten, darunter Österreich, befürworten einen früheren Start.
Im Gegensatz zu Belgrad wollen die Serben im Nordkosovo das Abkommen nicht umsetzen. Ein führender Vertreter der Kosovo-Serben kündigte an, die Minderheit werde die für den 3. November vorgesehenen Kommunalwahlen boykottieren.
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