Redakteur Mario Ruhmanseder analysiert und bewertet den fulminanten Wahlerfolg des Sozialdemokraten Dietmar Prammer bei der Stichwahl um den Bürgermeistersessel der Stadt Linz gegen den freiheitlichen Spitzenkandidaten Michael Raml.
Eindrucksvoll war er, der Wahlsieg von Dietmar Prammer – und deutlich dazu. Vorgänger Klaus Luger holte bei seinem letzten Stichwahl-Duell 2021 gegen Bernhard Baier beeindruckende 73,1 Prozent der Stimmen. Prammer setzte nun noch einmal vier Prozent drauf und scheint damit endgültig dafür zu sorgen, dass frischer Wind ins Alte Rathaus einzieht – oder etwa doch nicht?
Denn anders als sein Vorgänger, der mit den SPÖ-Größen der Vergangenheit wie Franz Dobusch und Josef Ackerl bekanntlich ein eher kühles Verhältnis pflegte, setzt der „Neue“ auf Harmonie und Schulterschluss. Dobusch und Ackerl feierten seinen Wahlsieg höchstpersönlich mit – ein Bild, das fast wie ein generationenübergreifendes Familientreffen wirkte. Zufall? Sicher nicht.
Alt-Bürgermeister Franz Dobusch, der auch Grünen-Chefin Eva Schobesberger berät, dürfte wohl mehr als nur am Rande beteiligt gewesen sein, als diese überraschend schnell ihre Wahlempfehlung für den 50-jährigen Roten aussprach.
Das Ergebnis: Erste Gerüchte über eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Rot und Grün machen die Runde. Dietmar Prammer steht also für mehr als nur einen Wechsel an der Spitze. Doch wie viel von dem „frischen Wind“ wirklich Aufbruch und wie viel nur ein Rückgriff auf bewährte Netzwerke ist, wird sich zeigen. Klar ist: Die nächsten zwei Jahre bringen nicht nur Herausforderungen, sondern auch Antworten. Linz bleibt auf jeden Fall spannend.
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