Kassen gegen Kammer

Streit um Füllungen: Patienten sind Leidtragende

Kärnten
27.01.2025 06:00

Noch immer gibt es keine Einigung zwischen der Krankenkasse und Zahnärztekammer bei kostenlosen Füllungen. Amalgam darf seit Jahresanfang nicht mehr verwendet werden.

Wer ein Loch in einem Backenzahn hat, muss beim Zahnarztbesuch derzeit noch mehr zittern als sonst. Denn eigentlich gibt es keine kostenlosen Füllungen für diese Zähne mehr. Bis Ende 2024 setzten die Gesundheitskasse (ÖGK) und die Sozialversicherungen noch auf Zahnfüllungen aus Amalgam, doch das wurde von der EU mit 1.1.2025 verboten.

Die Verantwortlichen wissen seit Ende Juli 2024 Bescheid, aber statt eine neue Lösung zu finden, richten sich die Zahnärztekammer (ÖZAK) und die ÖGK lieber gegenseitig Kritik aus. Auf der Strecke bleiben, wie so oft, die Patienten, und so gibt es seit Jahresanfang für Backenzähne eigentlich keine kostenlosen Füllungen mehr.

Streit um Füllungsmaterial
Und worüber werden sich die Verhandler nicht einig? Für die Vorderzähne kommt Komposit, also die sogenannte „weiße“ Füllung, zum Einsatz – das zahlen die Kassen. Für Backenzähne setzt die ÖGK auf Alkasit, die ÖZAK hingegen auf Glasionomerzement (GIZ), der auch in manchen Zahngesundheitszentren der ÖGK eingesetzt wird. 

Mit der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau gibt es übrigens schon eine Einigung – die traditionell finanzstarke BVAEB zahlt sowieso GIZ-Füllungen.

Auch die Politik hat das Problem erkannt. „Zu keiner Sekunde ging es um das Wohl der Patienten“, kritisiert Ronny Rull (VP) und TK-Chef Köfer fordert: „Es braucht umgehend einen kassenfinanzierten Ersatz.“ Bis dahin verabreichen manche Zahnärzte GIZ-Füllungen auf eigenes Risiko und hoffen auf eine Einigung bis Quartalsende.

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