Durch Nase infiziert

Mädchen (8) stirbt durch „hirnfressende“ Amöbe

Ausland
25.08.2026 16:41
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein Badeausflug hat für ein achtjähriges Mädchen in den USA fatale Folgen gehabt: Lillian infizierte sich in einem Stausee im US-Bundesstaat Louisiana mit einem Parasiten. Die Ärzte konnten gegen die „hirnfressende“ Amöbe nichts tun ...

Naegleria fowleri ist nur 30 Mikrometer groß aber äußerst tödlich – die meisten Menschen sterben nach einer Infektion. Der winzige Parasit gelangt vornehmlich durch die Nase ins Gehirn und ruft dort eine eitrige Hirnhautentzündung hervor – oft wird in dem Zusammenhang mit dem Erreger von einer „hirnfressenden“ Amöbe gesprochen. Nur in wenigen Fällen konnten Patienten durch eine frühzeitige Behandlung gerettet werden.

Zustand verschlechterte sich in kurzer Zeit dramatisch 
Die kleine Lilian ist leider keiner dieser seltenen Ausnahmen: Nachdem sie sich beim Baden im Claiborne-See infiziert hatte, litt sie zunächst unter Fieber, Erschöpfung und Unwohlsein. Die Eltern gingen davon aus, dass es sich um eine harmlose Infektion handelt. Schnell verschlechterte sich jedoch ihr Zustand dramatisch. Das Mädchen sah doppelt und ihre Pupillen waren asymmetrisch.

Die Eltern der kleinen Lilian hofften bis zuletzt auf ein Wunder:

Lilian starb einen Tag nach ihrem achten Geburtstag
Lilian kam ins Krankenhaus, wo erst eine bakterielle Meningitis diagnostiziert wurde. Doch schnell wurde klar, dass es sich um eine Infektion mit Naegleria fowleri handelt. Laut US-Gesundheitsbehörde hat sich das Mädchen wohl durch die Nase den Erreger eingefangen. Eine spezielle Therapie mit acht verschiedenen Medikamenten wurde durchgeführt. Das Mädchen überlebte noch ihren achten Geburtstag auf der Intensivstation – doch am Tag darauf verstarb die kleine Patientin. 

„Die Verletzungen an ihrem Gehirn waren zu schwerwiegend, als dass sich ihr kleiner Körper davon hätte erholen können“, erklärte ihre Familie auf einer Facebook-Seite, die eingerichtet wurde, damit Menschen für Lilian beten konnten. „Unser Herz ist gebrochen und wir wissen offen gesagt nicht, wie wir weitermachen sollen.“ Der Senator von Louisiana, John Kennedy, bekundete ebenfalls seine Trauer. Er und seine Frau seien „zutiefst betrübt“ über die Nachricht von Lilians Tod.

Nur vier Menschen überlebten bislang Infektion mit Amöbe
Der Erreger kommt auf der ganzen Welt vor, aber ist besonders in Australien, USA und Frankreich verbreitet. In warmen Gewässern fühlt sich der Parasit besonders wohl. Laut der Gesundheitsbehörde von Louisiana gab es in den USA von 1937 bis 2025 nur 180 bekannte Fälle der von Naegleria fowleri ausgelösten Meningoenzephalitis, davon lediglich drei in dem Bundesstaat. Die „New York Times“ berichtete, dass nur vier Fälle bekannt sind, in der Infizierte überlebten.

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