Aufklärung wichtig

Viel mehr Tiere im TiKo: Wildtiere brauchen Schutz

Kärnten
25.08.2026 12:00

410 Wildtiere wurden im Vorjahr ins Tierschutzkompetenzzentrum Kärnten (TiKo) gebracht. Die Zahl steigt rasant an. „Das ist eine große Herausforderung für unser Haus“, sagt Tierschutz-Präsidentin Anna Ofner. Wildtiere brauchen Schutz. Aufklärung ist wichtig: Wann benötigt ein Wildtier tatsächlich Hilfe?

410 Wildtiere sind 2025 ins TierschutzKompetenzzentrum Kärnten (TiKo) gebracht worden. Rund 300 verschiedene Vogelarten, 30 Enten und Schwäne, 30 Igel, 30 Eichhörnchen sowie Marder, Siebenschläfer, Fledermäuse, Feldmäuse, Feldhasen, Rehe und andere Tierarten waren betroffen. Insgesamt konnten 267 Tiere wieder in die Freiheit entlassen oder an geeignete Pflegestellen übergeben werden.

Tierschutzreferent Christian Scheider und Klubchef Michael Gussnig sind große Tierliebhaber.
Tierschutzreferent Christian Scheider und Klubchef Michael Gussnig sind große Tierliebhaber.(Bild: Nicolas Zangerle)

99 davon wurden durch die Tierrettung eingeliefert. Die Zahlen zeigen, wie wichtig der richtige Umgang mit verletzten oder scheinbar hilflosen Wildtieren ist. Auch die Berufsfeuerwehr Klagenfurt ist regelmäßig bei Wildtierrettungen im Einsatz.

Lebensraum der Wildtiere respektieren
Tierschutzreferent und Bürgermeister Christian Scheider betont, dass Wildtiere vor allem durch einen respektvollen Umgang mit ihrem natürlichen Lebensraum geschützt werden können. „Lasst uns gemeinsam Wildtiere schützen, indem wir ihren Lebensraum respektieren und uns an gewisse Regeln halten, damit sie ungestört leben können“, appelliert Scheider an die Bevölkerung.

Viele Regeln
Wildtiere nicht berühren

Es gibt viele Regeln für Waldbesucher und Tierliebhaber, die einzuhalten sind

  • Wildtiere keinesfalls füttern
  • Wildtiere nicht stören
  • Nicht mit Taschenlampen in Höhlen oder Nester leuchten
  • Laute Geräusche vermeiden
  • Auf Feuerwerke und Böller verzichten

Anna Ofner, Präsidentin des Landestierschutzvereins Kärnten, weist darauf hin, dass die Zahl der beim TiKo abgegebenen Wildtiere in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist. „Dadurch entstehen große personelle und finanzielle Herausforderungen für unser Haus.“ Besonders wichtig sei deshalb die Aufklärung darüber, wann ein Wildtier tatsächlich Hilfe benötigt.

Ein Jungtier, das allein aufgefunden wird, braucht beispielsweise nicht automatisch Hilfe. Viele Elterntiere sind in der Nähe und versorgen ihren Nachwuchs. Deshalb gilt: Ein Tier, das sich selbst versorgt, ist nicht verlassen, sondern frei.

Kärntner Jägerschaft hilft weiter
Wer ein Wildtier entdeckt, sollte Abstand halten, es nicht berühren oder füttern und möglichst nicht stören. Auch Taschenlampen, laute Geräusche sowie Feuerwerke und Böller sollten vermieden werden. Am besten beobachtet man die Situation mindestens 15 Minuten aus größerer Entfernung. Wird keine Hilfe benötigt, sollte man sich rasch entfernen, damit die Elterntiere zurückkehren können.

Bei Unsicherheiten zum richtigen Verhalten gegenüber Wildtieren können sich Menschen an die Kärntner Jägerschaft unter 0463-511469 wenden.

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