Mädchen überfahren

Schleuser will Unglück nicht mitbekommen haben

Ausland
25.08.2026 16:09
Porträt von krone.at
Von krone.at

Mitte August war eine Jugendliche (17) auf Sardinien von einem Migrantenboot erfasst worden. Sie verlor das Bewusstsein und erlitt mehrere Knochenbrüche. Nun wurden neue Details zu dem Zwischenfall bekannt. Der Schleuser sagte etwa, von dem Zusammenprall nichts bemerkt zu haben ...

Dennoch sitzt er inzwischen im Gefängnis. Auch seine 13 Landsleute aus Algerien wurden festgenommen. Laut Erkenntnissen der Polizei beging der Steuermann (28) Fahrerflucht. Auf einem Video ist laut Berichten zu sehen, dass der Schleuser mit voller Geschwindigkeit auf eine rote Boje zusteuerte, neben der Jugendliche schwammen. Dann ragten Hände aus dem Wasser. Laut der italienischen Polizei halfen die Migranten nicht, sondern fuhren weiter und gingen bei einer anderen Bucht an Land, um sich dort abzusetzen.

Unterdessen hielt ein 16-jähriger Freund die junge Urlauberin (17) über Wasser. Er selbst hatte dem Migrantenboot gerade noch rechtzeitig ausweichen können. Badegäste eilten zu Hilfe und zogen die 17-Jährige an Land. Sie hatte mehrfache Knochenbrüche erlitten und wegen des Schocks das Bewusstsein verloren. Ein Rettungshubschrauber brachte das Mädchen in ein Krankenhaus. Inzwischen konnte Entwarnung gegeben werden. Ihr geht es wieder besser.

Hier sehen Sie das Video von dem Vorfall, das auf der Plattform X geteilt wurde:

Aus der Luft mit Kameras verfolgt
Die 14 Migranten, die die Jugendliche überfahren hatten, kamen nicht weit. Sie wurden aus der Luft mit Kameras der Küstenwache verfolgt und schließlich von der Polizei festgenommen. Dem Steuermann werden Beihilfe zur illegalen Einwanderung und schwerste Körperverletzung vorgeworfen. 

Insgesamt registrierten die Behörden in diesem Jahr auf der Insel Sardinien 1366 Bootsflüchtlinge aus Algerien. Zuletzt hat der Ansturm etwas nachgelassen, der Rückgang der Flüchtlingsboote im Vergleich zum Vorjahr beträgt 55 Prozent.

Die meisten Migrantinnen und Migranten kommen aus Libyen. Italiens Regierung streitet derzeit mit mehreren EU-Ländern über Rückführungen im Sinne des Dublin-Abkommens. Nach den neuen europäischen Regeln müssen Migrantinnen und Migranten in die Länder zurückgeführt werden, in denen sie eingereist sind. Man habe zahlreiche Menschen aufgenommen, die auf Schiffen deutscher Nichtregierungsorganisationen an Bord genommen worden seien, sagte Italiens Außenminister Antonio Tajani.

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