Claudia Holzer war die große Überraschung im neuen steirischen Regierungsteam. Nun gab sie die ersten Interviews, und da zeigt sich: Die Freiheitliche scheint eine pragmatische Sachpolitikerin zu sein. „Niemand muss sich fürchten“, sagt sie im Gespräch mit der „Krone“. Dennoch wird sich einiges ändern, gerade in Hinblick auf ihre Heimatstadt.
Die 56-jährige Grazerin war in den 90er-Jahren Gemeinderätin in der Landeshauptstadt, danach hatte sie kein politisches Amt mehr inne. Als Mitarbeiterin in den Kabinetten von Verkehrsminister Hubert Gorbach und Vizekanzler Heinz-Christian Strache lernte die Juristin die Mechanismen der Politik aber gut kennen. Nun ist sie in die erste Reihe getreten und Verkehrslandesrätin in der Steiermark.
Dort wird sie wohl keine unmittelbare Revolution anzetteln. Die Arbeit ihres Vorgängers Anton Lang (SPÖ) nennt sie „besonnen“, für die Abteilungen im Land findet sie lobende Worte. Genehmigte Projekte werden umgesetzt, auch der Radwegebau wird nicht gestoppt. Dass sich die Freiheitliche für eine dritte A9-Spur südlich von Graz und den S37-Lückenschluss nach Kärnten ausspricht, verwundert nicht. Das Regierungsprogramm legt ohnehin den Fokus auf den motorisierten Individualverkehr.
Doch Holzer betont auch die Bedeutung des öffentlichen Verkehrs – sie hat ja zuletzt fünf Jahre lang für die Graz-Köflacher Bahn (GKB) als Prokuristin gearbeitet und ist selbst Besitzerin eines Klimatickets. Der Eröffnung der Koralmbahn fiebert sie entgegen, wichtige Vorhaben wie der zweigleisige Ausbau in Richtung Spielfeld werden weiter verfolgt.
„Wir werden die Autos nicht verbannen“
Bleibt alles beim Alten? Nein, Holzer will auch freiheitliche Duftmarken setzen, insbesondere in Graz: Hier sieht sie die grüne Verkehrspolitik kritisch. „Ich bin strikt gegen ,Auto-Bashing‘. Wir werden die Autos nicht aus der Innenstadt verbannen. Es kann nicht sein, dass man Innenstadtwirtschaft vertreibt, weil man nur noch Radwege baut und Parkplätze streicht“, sagt sie gegenüber der „Krone“. Das Gespräch mit Vizebürgermeisterin Judith Schwentner wird sie dennoch rasch suchen.
In der Vorwoche habe ich Sozial- und Umweltlandesrat Hannes Amesbauer interviewt, diese Woche Claudia Holzer. Kein gewagter Tipp: Die Politik Amesbauers wird in den nächsten Jahren für mehr Aufregung sorgen, an ihm wird sich die Opposition intensiv abarbeiten. Holzer scheint sehr verbindend zu sein und verspricht, „die Leute mitzunehmen“.
Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Samstag!


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