Alpine-Pilot Pierre Gasly ist in Monza überraschend zur Poleposition gerast. Hinter dem Franzosen starten Mercedes-Fahrer George Russell und Oscar Piastri im McLaren von den Plätzen zwei und drei ins Rennen am Sonntag.
Der Franzose Pierre Gasly hat sich sensationell die Poleposition für das Formel-1-Rennen in Monza geschnappt. Der Alpine-Pilot fing in einem spannenden Qualifying am Samstag noch George Russell (+0,060 Sek.) im Mercedes ab und geht damit vom ersten Startplatz in den Großen Preis von Italien am Sonntag. WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli (Mercedes) wurde zwar Siebenter, wird wegen eines unerlaubten Motorenwechsels aber von ganz hinten starten.
„Das ist unglaublich! Ich mag diese Strecke“, funkte Gasly nach seiner ersten Karriere-Pole überglücklich an die Box. „Seit neun Jahren jage ich dieser Pole hinterher.“ Vor sechs Jahren hatte Gasly, der nur unweit der Strecke in Mailand wohnt, in Monza ebenso überraschend im damaligen AlphaTauri seinen bisher einzigen Grand-Prix-Sieg gefeiert. Nun gelang ihm am Todestag von Legende Jochen Rindt, der 1970 in Monza tödlich verunglückt war, eine der größten Überraschungen der Saison. „Das ist schon etwas Besonderes hier“, sagte Gasly, der heuer als WM-Zehnter einen sechsten Platz als bestes Resultat zu Buche stehen hat, wenig später.
Gasly schlägt Russell auch im Schach
„Wow“, kommentierte Russell das Quali-Resultat. „Glückwunsch an Pierre, eine unglaubliche Leistung.“ Die beiden hatten 15 Minuten vor der Zeitenjagd noch eine Partie Schach beendet, erzählte der Mercedes-Star und ergänzte lachend: „Da habe ich noch gesagt, dass ich ihn im Qualifying schlage. Und jetzt stehen wir hier. Jetzt hat er mich wieder matt gesetzt.“
Mercedes-Boss Toto Wolff teilte indes gegen Vorjahressieger Max Verstappen aus. „Am Ende des Tages hat Max es clever gemacht. Er hat stark verzögert und dem George die Runde zusammengehaut“, erzählte der Wiener bei ServusTV. Russell sei über die ganze Runde viel zu knapp dran an ihm gewesen. „In der Parabolica hatte er null Anpressdruck, das hat ihm die Pole gekostet.“
Ferrari enttäuscht
Oscar Piastri (McLaren) wurde Dritter, wegen einer Behinderung nachträglich aber um drei Plätze zurückversetzt. Deshalb erbte das Ferrari-Duo Charles Leclerc und Lewis Hamilton die zweite Startreihe. Die Hoffnungen der Tifosi auf einen Heimsieg der Scuderia stiegen nach einem durchwachsenen Tag damit wieder. Im zweiten Quali-Abschnitt hatten Leclerc und Hamilton ein Ausscheiden um nur acht bzw. eine Tausendstelsekunde verhindert. Verstappen rutschte auf den fünften Startplatz nach vorne. Sein Red-Bull-Teamkollege Liam Lawson, der erneut den verletzten Isack Hadjar ersetzte, kam nicht über den 14. Platz hinaus. Weltmeister Lando Norris (McLaren) muss als Neunter auf eine Aufholjagd hoffen
Genauso wie Antonelli beim Heimrennen im „Speedtempel“. Der Hochgeschwindigkeitskurs bietet jedenfalls genug Möglichkeiten für Überholmanöver. Allerdings bleiben dem Lokalmatador nur 53 Runden, um den Schaden in der Gesamtwertung in Grenzen zu halten. Zur Saisonhälfte hat der 20-Jährige einen Vorsprung von jeweils 59 Punkten auf Russell und Hamilton, Norris liegt nach zuletzt zwei GP-Siegen in Folge 83 Zähler zurück.
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