Euro-Zone dagegen

Zypern will Rettungspaket ganz neu verhandeln

Ausland
19.06.2013 14:06
Das Euro-Krisenland Zypern will sein erst kürzlich beschlossenes Hilfsprogramm in Höhe von zehn Milliarden Euro einem Bericht der "Financial Times" zufolge komplett neu verhandeln. Zyperns Präsident Nikos Anastasiades habe vergangene Woche ein entsprechendes Schreiben an die EU-Institutionen und den Internationalen Währungsfonds verschickt, berichtet die Zeitung. Die Euro-Gruppe signalisierte aber bereits, dass sie keine größeren Änderungen am paktierten Programm zulassen möchte.

Vor Beratungen der Euro-Finanzchefs am Donnerstag in Luxemburg sagte ein EU-Beamter: "Ich erwarte keine größeren Änderungen an dem Programm." Auch stehe die zypriotische Regierung nach Medienberichten hinter dem Programm, hieß es. Die Finanzminister der Euro-Zone bereiten derzeit ein entsprechendes Antwortschreiben an Anastasiades vor.

Martin Kotthaus, der Sprecher des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble, erklärte zu dem Wunsch des zypriotischen Präsidenten: "Es ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen, warum das Programm, welches inklusive Zyperns einstimmig in der Euro-Gruppe verabschiedet und anschließend von den Parlamenten der Mitgliedstaaten, auch dem zypriotischen, bestätigt wurde, verändert werden sollte."

Vorwurf Zyperns: Programm "ohne sorgfältige Vorbereitung"
In dem an die Euro-Gruppe gerichteten Brief hatte Anastasiades geschrieben, die im Rahmen des Rettungspakets vorgesehene Restrukturierung der beiden größten Banken des Landes sei "ohne sorgfältige Vorbereitung" zustandegekommen, berichtete die "Financial Times". Da die Auflagen des Rettungspakets die Wirtschaft zum Erliegen gebracht hätten, seien die von EU und IWF gesetzten Ziele in Gefahr.

Mitte April hatten die Euro-Partner in einem chaotischen Prozedere ein zehn Milliarden Euro schweres Hilfspaket für Zypern beschlossen, das nach einer geplatzten Kreditblase unter seinem überdimensionierten Finanzsektor leidet. Das Land wurde so vor der Pleite bewahrt. Die beiden größten Geldhäuser des Landes (Bank of Cyprus und Laiki Bank) sollen restrukturiert oder im letzteren Fall abgewickelt werden. Gelder über der gesetzlichen Einlagensicherung von 100.000 Euro werden massiv belastet.

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