Euro-Zone dagegen
Zypern will Rettungspaket ganz neu verhandeln
Vor Beratungen der Euro-Finanzchefs am Donnerstag in Luxemburg sagte ein EU-Beamter: "Ich erwarte keine größeren Änderungen an dem Programm." Auch stehe die zypriotische Regierung nach Medienberichten hinter dem Programm, hieß es. Die Finanzminister der Euro-Zone bereiten derzeit ein entsprechendes Antwortschreiben an Anastasiades vor.
Martin Kotthaus, der Sprecher des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble, erklärte zu dem Wunsch des zypriotischen Präsidenten: "Es ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen, warum das Programm, welches inklusive Zyperns einstimmig in der Euro-Gruppe verabschiedet und anschließend von den Parlamenten der Mitgliedstaaten, auch dem zypriotischen, bestätigt wurde, verändert werden sollte."
Vorwurf Zyperns: Programm "ohne sorgfältige Vorbereitung"
In dem an die Euro-Gruppe gerichteten Brief hatte Anastasiades geschrieben, die im Rahmen des Rettungspakets vorgesehene Restrukturierung der beiden größten Banken des Landes sei "ohne sorgfältige Vorbereitung" zustandegekommen, berichtete die "Financial Times". Da die Auflagen des Rettungspakets die Wirtschaft zum Erliegen gebracht hätten, seien die von EU und IWF gesetzten Ziele in Gefahr.
Mitte April hatten die Euro-Partner in einem chaotischen Prozedere ein zehn Milliarden Euro schweres Hilfspaket für Zypern beschlossen, das nach einer geplatzten Kreditblase unter seinem überdimensionierten Finanzsektor leidet. Das Land wurde so vor der Pleite bewahrt. Die beiden größten Geldhäuser des Landes (Bank of Cyprus und Laiki Bank) sollen restrukturiert oder im letzteren Fall abgewickelt werden. Gelder über der gesetzlichen Einlagensicherung von 100.000 Euro werden massiv belastet.







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