Wegen Waffengesetz

New York: Giftbrief für Bürgermeister Bloomberg

Ausland
30.05.2013 07:52
An den New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg ist ein Brief verschickt worden, der offenbar das Gift Rizin enthielt. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, wurde das Schreiben bereits am vergangenen Freitag abgefangen und enthielt Drohungen wegen Bloombergs Unterstützung für eine striktere Waffenkontrolle in den USA. Ende April hatten bereits Giftbriefe an Präsident Barack Obama für Aufregung gesorgt.

Laut Polizei erhielt auch der Direktor der von Bloomberg ins Leben gerufenen Organisation "Bürgermeister gegen illegale Waffen", Mark Glaze, einen Drohbrief. Der Vereinigung gehören nach eigenen Angaben mehr als 950 Bürgermeister aus den USA an, die ein schärferes Waffenrecht fordern. In beiden Umschlägen sei bei ersten Tests Rizin festgestellt worden. Das Gift lähmt die Atemwege und kann bei Verschlucken bereits in kleinsten Dosen tödlich wirken.

Polizisten haben leichte Anzeichen einer Vergiftung
Der Brief an Bloomberg sei in der Poststelle der New Yorker Stadtverwaltung geöffnet worden, sagte Polizeisprecher Paul Browne. Bei einigen der Polizisten, die dort mit der verdächtigen Substanz in Kontakt geraten seien, seien leichte Anzeichen einer Rizinvergiftung aufgetreten. Mittlerweile seien die Symptome wieder schwächer geworden. Bei Glaze, der sein Schreiben am Sonntag in Washington geöffnet hatte, wurden dagegen keine Symptome festgestellt.

Terrorexperten der Bundespolizei FBI schalteten sich in die Ermittlungen ein. Laut Polizei enthielten die Schreiben "anonyme Drohungen" im Zusammenhang mit der Debatte um schärfere Waffengesetze in den USA. Der Nachrichtensender CNN meldete, dass beide Briefe den gleichen Poststempel gehabt hätten.

Bemühungen um ein strengeres Waffenrecht
Bloomberg streitet bereits seit Jahren für ein strengeres Waffenrecht. Die Debatte wurde durch den Amoklauf an der Grundschule von Newtown Mitte Dezember angeheizt, als ein junger Mann 20 kleine Kinder erschoss (siehe Infobox). Der New Yorker Bürgermeister unterstützte Obamas Forderungen, den Verkauf von militärisch anmutenden Waffen an Privatleute zu verbieten und strengere Überprüfungen von Waffenkäufern einzuführen. Die Reformvorhaben scheiterten aber im Kongress, nachdem die mächtige Waffenlobby NRA gegen die Pläne mobil gemacht hatte.

In den vergangenen Jahren waren in den USA immer wieder Briefe mit Rizin verschickt worden. Zuletzt hatten Obama, ein Senator aus Mississippi sowie eine Friedensrichterin in dem US-Bundesstaat Ende April Giftbriefe erhalten (siehe Infobox). Die gefährlichen Sendungen alarmierten die Behörden wegen der zeitlichen Nähe zum Anschlag auf den Bostoner Marathonlauf. Am Ende stellte sich aber heraus, dass dahinter offenbar ein bizarrer Streit stand: Einem 41-jährigen Mann aus Mississippi wird vorgeworfen, er habe mit den Giftbriefen einen Widersacher aus Rache ins Zwielicht rücken wollen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
30.05.2013 07:52
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung