Urteil aufgehoben
Guatemala: Richter in Montt-Prozess werfen Handtuch
Ausland
28.05.2013 08:26
Nach der Aufhebung ihres Urteils gegen den guatemaltekischen Ex-Diktator Efrain Rios Montt (Bild) haben sich die zuständigen Richter aus dem Völkermord-Prozess zurückgezogen. Die Vorsitzende Richterin Jazmin Barrios und ihre zwei Kollegen seien nicht bereit, das neue Verfahren zu leiten, hieß es am Montagabend.
Mit dem Rückzug der Richter errang die Verteidigung von Rios Montt einen weiteren Etappensieg. Die Anwälte des früheren Machthabers hatten gegen zwei der Richter Befangenheitsanträge gestellt. Der Prozess muss nun vor einer anderen Kammer neu aufgerollt werden.
Wegen Völkermordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während seiner Herrschaft von 1982 bis 1983 war Rios Montt am 10. Mai zu 80 Jahren Haft verurteilt worden. Er soll für Mord, Folter und die Zwangsumsiedlung Tausender Indios verantwortlich gewesen sein.
Das Verfassungsgericht hob das Urteil allerdings wegen Verfahrensfehlern zehn Tage später wieder auf (siehe Infobox). Zumindest die mündliche Verhandlung muss demnach wiederholt werden.
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