Razzia in den USA

SWAT-Team stürmt “Live-Sexshow” in Multiplex-Kino

Ausland
27.05.2013 13:03
Eine Spezialeinheit der Polizei hat in der Kleinstadt Syracuse im US-Bundesstaat Utah ein Kino gestürmt und eine nächtliche "Live-Sexshow" gestoppt. Der Hausmeister des Multiplex-Kinos hatte im Internet für das illegale Spektakel geworben. Fürs Mitmachen kassierte der Mann bis zu 75 US-Dollar pro Person. Doch statt des geplanten Sex-Events klickten dann für den Organisator und fünf weitere Verdächtige die Handschellen.

Das "Syracuse 6 Movie Theater" in dem idyllischen 24.000 Einwohner zählenden Vorort von Salt Lake City gilt eigentlich als familienfreundliches Kino. Am Wochenende findet u.a. auch ein Gottesdienst in dem Multiplex im mehrheitlich von Mormonen bevölkerten Bundesstaat im Mittleren Westen der USA statt. Doch der für die Reinigung des Kinos verantwortliche Hausmeister wollte mit einer nicht jugendfreien Darbietung die Kasse für sich zum Klingen bringen.

Frauen übers Internet angeworben
Der 36-jährige Anael Ibanez habe laut Angaben der örtlichen Polizei eine "Live-Sexshow" organisiert und Geld von Teilnehmern und Gästen des Spektakels verlangt. "Er war auf der Suche nach einer Einnahmequelle", sagte der Polizeichef von Syracuse, Garret Atkin, gegenüber dem Lokalsender FOX 13. Ibanez habe demnach über die Anzeigen-Website Craigslist drei Frauen als Darstellerinnen für seine Show angeheuert. Zudem sollten die Frauen Werbung für den nächtlichen Event machen, erklärte Atkin im TV.

"Er hatte eine Art Stufenplan. Wer tatsächlich an der Aufführung beteiligt sein wollte, sollte 75 Dollar für einen Sitz in der ersten Reihe zahlen, für einen Sitz in der zweiten Reihe verlangte er 50 Dollar, für die dritte Reihe 35 Dollar." Gegenüber Undercover-Polizisten behauptete Ibanez: "Ich habe keine Sitze in den ersten beiden Reihen mehr frei." Von knapp 50 Männern, die ihr Kommen angekündigt und den Eintrittspreis bereits bezahlt hätten, habe der Hausmeister gesprochen, so der Polizeichef.

Verdeckte Ermittler als Zuschauer im Saal
Die Polizei machte dem Organisator allerdings bei der "Premiere" in der Nacht auf Donnerstag einen Strich durch die Rechnung. "Wir hatten ein paar verdeckte Ermittler, die dafür gezahlt hatten, als Zuschauer bei der Show dabei sein zu dürfen", sagte Atkin weiter. Um sich Zugang zu der illegalen Show zu verschaffen, habe man aufgrund der vermuteten Zahl von mehr als 30 Anwesenden - und wegen der Größe des Gebäudes - ein SWAT-Team eingesetzt, begründete der Polizeichef den Einsatz der Spezialeinheit.

Organisator droht mehrjährige Haftstrafe
Erschienen war zu der "Live-Sexshow" dann aber - die Undercover-Cops nicht mitgezählt - nur eine Handvoll Interessierter. Sechs Personen, darunter der Hausmeister und die von ihm angeheuerten drei Frauen (Bilder) - 19, 21 und 22 Jahre alt - wurden festgenommen. Bei den weiteren Verdächtigen handelt es sich um einen 43-jährigen Zuschauer und einen 33 Jahre alten männlichen Teilnehmer (Bild) der Aufführung. Organisator Ibanez, der für eine externe Reinigungsfirma arbeitete, droht nun wegen Verbreitung von pornografischen Inhalten sowie Prostitution eine mehrjährige Haftstrafe.

"Das war ein erstes Mal in meiner Karriere", sagte der Polizeichef. "Es ist so eine Geschichte, wo zunächst jeder sagt: 'Nein, das passiert nicht wirklich.' Aber wenn man beginnt, das Puzzle zusammenzusetzen, merkt man, dass das nicht nur passiert, sondern theoretisch eines jener Dinge ist, die wahrscheinlich für eine schrecklich lange Zeit unbemerkt bleiben."

Kinobetreiber verurteilt Aktion
Die Verwaltung des Kinos habe sich Atkin zufolge äußerst kooperativ verhalten. Der Betreiber United Entertainment Corp. betonte in einer schriftlichen Stellungnahme, von den illegalen Vorgängen in seinem Kino erst durch die Polizei erfahren zu haben: "Wir sind ein Familienunternehmen und dulden Aktionen wie diese natürlich nicht. Keiner unserer Mitarbeiter war daran beteiligt oder hatte Kenntnis von diesem Vorfall."

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