Für Bernhard Schöpf, Bürgermeister der kleinsten Gemeinde des Bezirkes Imst und gleichzeitig ÖVP-Bezirkschef, ist die Mitgliedschaft im Verband der Tiroler Gemeinden alternativlos. Dort werde hervorragende Arbeit geleistet.
Der einstimmige Beschluss des Gemeinderates in St. Johann, es den Haller Kollegen gleichzutun und aus dem Gemeindeverband auszutreten, gibt der Befürchtung eines Dominoeffektes neue Nahrung. Dies wittert wohl auch der Bürgermeister von Mils, der kleinsten Gemeinde des Bezirkes Imst.
Dorfchef Bernhard Schöpf ist gleichzeitig auch Bezirksobmann der Tiroler Volkspartei und meldet sich mit einer offiziellen Mitteilung an die Presse. Der Tiroler Gemeindeverband sei die Servicestelle für die Tiroler Gemeinden, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden hervorragende Arbeit leisten.
Nicht jede Gemeinde ist in der Lage, eine Juristin oder einen Juristen als Gemeindeamtsleitung einzustellen.
Bernhard Schöpf, Bürgermeister Mils bei Imst
„Gerade wir kleinen Gemeinden sind froh über das Service der Geschäftsstelle“, bricht Schöpf eine Lanze, „nicht jede Gemeinde ist in der Lage, eine Juristin oder einen Juristen als Gemeindeamtsleitung einzustellen.“ Für die kleinen Gemeinden gebe es keine Alternative, ist der Milser Dorfchef überzeugt.
„23.500 Euro Ersparnis ist falsche Rechnung“
„Es mag sein, dass es für die größeren Gemeinden auf den ersten Blick verlockend klingt, dass man sich jährlich bis zu 23.500 Euro sparen kann“, argumentiert Schöpf weiter, „zieht man hier die anfallenden Personalkosten zur Klärung rechtlicher Fragen ab, wird sich dieser Betrag bei genauer Betrachtung wesentlich verringern.“ Stark seien die Gemeinden Tirols nur, wenn sie solidarisch zusammenstehen.
Die Pleite der GemNova ist noch nicht vergessen
In der Tat können die St. Johanner Mandatare aus ihrer Sicht „die 23.000 Euro anderswo besser gebrauchen“ (Mitgliedsbeitrag für 2025 ist 2,35 €/Einwohner gedeckelt mit 10.000). Die Vorgänge rund um die Pleite der Tochter GemNova hätten ebenfalls Argumente für den Austritt geliefert.
Bereits im vergangenen Jahr war im Gemeindeparlament der Verbleib im Verband ein Thema. Wie man hört, wird derzeit auch in Lienz über einen Austritt nachgedacht.
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