Alarmierende Zahlen

Bewegungsmangel sorgt für mehr Zuckerkranke

Oberösterreich
06.12.2024 19:00

Genauso schnell wie der Blutzucker nach einer Tafel Schokolade in die Höhe schnellt, rast auch die Anzahl der Zuckerkranken nach oben. Zwischen 2020 und 2023 verzeichneten die Diabetes-Ambulanzen in OÖ ein Patienten-Plus von 38 Prozent.

„Man merkt klar, dass die Frequenz steigt“, sagt Martin Clodi, Primar bei den Barmherzigen Brüdern in Linz und Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Diabetes. Besorgniserregend sind auch die Ergebnisse einer Studie, die Clodi im Vorjahr in seinem Krankenhaus, im Gmundner Spital sowie im Kepler Uniklinikum durchführte. Drei Monate lang haben die Ärzte bei jedem Patienten, nicht nur bei jenen mit bereits diagnostizierter Diabetes, einen bestimmten Blutzuckerwert erhoben. Befund: „Menschen über 60 haben zu 31 Prozent und über 70-Jährige zu 37 Prozent einen manifesten Diabetes mellitus“, erzählt der Primar.

Drei Faktoren ausschlaggebend
Drei Faktoren haben laut Clodi den fast explosionsartigen Patienten-Anstieg ausgelöst: „Wir bewegen uns weniger. Die sitzende Zeit ist in den vergangenen 30 Jahren von durchschnittlich 25 Stunden pro Woche auf 43 Stunden gestiegen. Wenn man sich bewegt, wird Glucose verstoffwechselt, und der ganze Körper kann mehr auf Insulin reagieren“, erklärt der Mediziner den Zusammenhang. Der zweite Faktor sei die zunehmende Übergewichtigkeit, und als dritte Entwicklung komme die Alterung der Gesellschaft hinzu, denn: „Die Zahlen steigen mit dem Alter enorm.“

Was hilft?
Was hilft? „Die Basis jeder Prävention ist Bewegung“, rät der Primar. „Und man sollte schauen, annähernd normalgewichtig zu sein.“

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