Mehr als 1.100 Tote
Bangladesch: Suche nach Überlebenden eingestellt
Noch am Freitag hatten die Rettungskräfte eine Textilarbeiterin lebend gefunden (siehe Infobox). "Ich hätte nie gedacht, dass ich überleben würde", sagte die Frau am Montag auf ihrer ersten Pressekonferenz in einem Militärspital, zu der sie im Rollstuhl kam.
Bangladeschs Regierung hat unterdessen die Rechte der Textilarbeiter gestärkt. Sie dürfen sich künftig in unabhängigen Gewerkschaften zusammenschließen und Lohnverhandlungen führen, erklärte Sprecher Mosharraf Hossain Bhuiyan. Die Regierung kippte damit eine Regelung, wonach die Arbeiter für die Gründung einer Gewerkschaft die Zustimmung des Fabrikbesitzers brauchen.
Konsequenzen: Mehr Lohn, besserer Brandschutz
Bereits am Sonntagabend hatte das Kabinett entschieden, den gesetzlichen Mindestlohn von Textilarbeitern anzuheben. Derzeit liegt dieser bei etwa 30 Euro pro Monat. Eine neue Summe wurde aber noch nicht festgelegt. Unterstützung kam auch von einigen internationalen Modeketten: Sie stellten sich hinter neue Brand- und Gebäudeschutz-Regeln in Bangladesch, wo viele Konzerne produzieren lassen.
In den vergangenen Wochen hatten Textilarbeiter immer wieder gegen die Arbeits- und Sicherheitsbedingungen protestiert. Dabei gerieten sie auch mehrfach mit der Polizei aneinander und beschädigten Fabriken. Weil die Fabrikbesitzer sich unsicher fühlten, sei der Betrieb in Ashulia eingestellt worden, sagte Atiqul Islam, der Chef des Verbandes der Textilhersteller und -exporteure des Landes, am Montag.
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