Nur vorübergehend
Nobelpreisträgerin Mohammadi freigelassen
Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist vorübergehend freigelassen worden. Ihre Haftstrafe sei aus medizinischen Gründen für drei Wochen ausgesetzt worden, teilte Mohammadis Anwalt mit. Der 52-Jährigen wurde ein Tumor entfernt.
Der Tumor sei zwar gutartig gewesen, sie müsse aber noch alle drei Monate untersucht werden. Ende Oktober wurde Mohammadi ein lange verlangter Krankenhausaufenthalt gewährt. Dieser sei mit neun Wochen Verspätung erfolgt, schrieb ihr Ehemann Taghi Rahmani. Menschenrechtlerinnen und Menschenrechtler hatten der iranischen Justiz bereits lange vorgeworfen, dass Mohammadi im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis angemessene medizinische Hilfe verweigert werde. Die 52-Jährige leidet auch an einer Herzschwäche.
Einsatz gegen Kopftuchzwang
Mohammadis Familie geht die Aussetzung der Haftstrafe für drei Wochen nicht weit genug. 21 Tage seien „unzureichend“, sie sollte mindestens drei Monate bekommen oder am besten „sofort und bedingungslos“ freigelassen werden.
Hier sehen Sie einen Tweet der Familie der Inhaftierten.
Die 52-Jährige ist bereits seit November 2021 in Haft und hat einen Großteil des vergangenen Jahrzehnts im Gefängnis verbracht. In dem vergangenen Vierteljahrhundert wurde sie wiederholt wegen des Einsatzes gegen den Kopftuchzwang für Frauen und gegen die Todesstrafe verurteilt. Im Juni war sie zu einem weiteren Jahr Haft wegen „Propaganda gegen den Staat“ verurteilt worden.
Seit der Islamischen Revolution 1979 gilt im Iran für Frauen eine strenge Kleiderordnung. Diese verpflichtet sie unter anderem, ihre Haare in der Öffentlichkeit zu bedecken. Mohammadi wurde 2023 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Sie erhielt ihn für ihren Kampf gegen die Unterdrückung von Frauen, gegen die Todesstrafe sowie für ihr Engagement für Menschenrechte und Freiheit.







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