Nach Schiffsunglück
Trauer in Genua – weiter Suche nach Vermissten
Bei den Opfern handelt es sich mehrheitlich um Hafenarbeiter und Bedienstete der Hafenbehörde. Zu ihnen zählt auch der 50-jährige Telefonist Maurizio Potenza, den die Rettungsmannschaften zunächst irrtümlich als Überlebenden gemeldet hatten. Seine beiden Söhne hatten gehofft, ihren Vater im Spital lebend anzutreffen, erlebten jedoch eine bittere Enttäuschung. "Mein Vater hätte nicht im Dienst sein sollen", berichtete ein Sohn Potenzas.
Das Containerschiff "Jolly Nero" hatte den Tower am späten Dienstagabend, als es Richtung Neapel auslaufen wollte, gerammt. Der Kontrollturm neigte sich durch die Kollision um 45 Grad, Gebäudeteile brachen ab und stürzten ins Wasser.
Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung
Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung gegen den Kapitän und drei Besatzungsmitglieder. Die Blackbox der "Jolly Nero" wird nun überprüft. Vermutet wird, dass zwei Motoren ausgefallen waren.
"Das Schiff ist außer Kontrolle geraten. Wir haben versucht, es aufzuhalten, doch wir sind gegen den Kontrollturm geprallt und es war das Ende. Ich fühle mich aber nicht schuldig. Ich möchte wissen, was passiert ist und wie sich diese Katastrophe ereignen konnte", sagte Antonio Anfossi, der mit dem Kapitän das Schiff manövrierte, in einem Interview mit der Tageszeitung von Genua "Secolo XIX" am Donnerstag.
Trauertag in Genua
In Genua wurde am Donnerstag ein Trauertag ausgerufen. Die Glocken läuteten in Andenken an die sieben Opfer. Der italienische Premier Enrico Letta hatte am Mittwochabend den Ort des Unglücks besucht.







Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.