Er ist ab heute für Sicherheit und Migration in 27 europäischen Ländern verantwortlich. Im ersten Interview spricht der ehemalige Finanzminister und nunmehrige EU-Kommissar Magnus Brunner mit Conny Bischofberger über diese Herkulesaufgabe, einen Kratzer im Image des sparsamen Vorarlbergers und den Kreis, der sich in Brüssel fünf Jahre nach dem Tod seines Vaters schließt.
Der Himmel über „La Capitale“ – der Hauptstadt – ist grau an diesem Morgen, es weht ein nasskalter Wind. Magnus Brunner steht vor seinem künftigen Amtssitz, dem Berlaymont, und lässt sich in keiner Sekunde anmerken, dass er beim Fotoshooting ohne Wintermantel und Schal friert. Zwei Blocks weiter vorne in der Rue Franklin hat das „Piola Libri“ für uns aufgesperrt. Das gemütliche italienische Buch-Cafè mit seinen Stuzzichini und Birre ist ein Geheimtipp im Europaviertel. „In der Nähe von Büchern fühle ich mich gleich zuhause“, sagt Brunner, dessen Eltern beide Buchhändler waren (die Schwester führt noch heute die Buchhandlung Brunner in Bregenz). Der neue EU-Kommissar trägt dunklen Anzug mit weißem Stecktuch und hellblauer Krawatte, später am Vormittag geht es nämlich gleich weiter ins Europaparlament nach Straßburg.
„Krone“: Schon eingelebt in Brüssel, Herr Kommissar?
Magnus Brunner: Ja, durchaus. Ich war vor vielen, vielen Jahren schon einmal EU-Praktikant. Und als Finanzminister bin ich jeden Monat zu den Ecofin-Treffen gereist. Das heißt, ein bisschen kenne ich mich aus.
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