Trauriger Alltag
Italiens Regierung verstärkt Kampf gegen Frauenmorde
Die Ministerin für Chancengleichheit, Josefa Idem (Bild), will mit der Kommission Initiativen zur Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen, die zuletzt die italienische Öffentlichkeit schockiert hat, ergreifen.
"Seit Beginn dieses Jahres gab es weitere 25 Frauenmorde. Dieses Phänomen muss mit allen Mitteln bekämpft werden", erklärte Idem am Montag. Die Ministerin unterstützt auch eine Kampagne von Politikern, Künstlern und Intellektuellen, die im Internet eine Petition gegen Gewalt an Frauen gestartet haben.
"Massaker an Unschuldigen"
Die Organisatorinnen der Kampagne sprechen von einem "Massaker an Unschuldigen". Mit der Aktion soll weiblichen Gewaltopfern konkrete Hilfe angeboten werden. In 80 Prozent der Fälle sei der Täter ein Angehöriger oder eine Person aus dem Bekanntenkreis, sagte eine Sprecherin. Frauenschutzverbände riefen die Gesundheitsbehörden auf, Psychologen einzusetzen, um Konflikte zwischen Partnern zu vermindern.
Meist Eifersucht als Motiv
Die bisher höchste Zahl an Frauenmorden gab es in Italien 2011, als 129 derartige Verbrechen registriert wurden. In Italien wird fast jeder vierte Mord innerhalb der Familie verübt. In den meisten Fällen ist Eifersucht das Motiv.
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