Einsturz-Ursache?

Bangladesch: Gebäude war nicht als Fabrik geplant

Ausland
05.05.2013 12:56
Das im April eingestürzte Fabriksgebäude in Bangladesch war nach Angaben des Architekten eigentlich als Einkaufszentrum mit einzelnen Geschäften gedacht und nicht für die Unterbringung von Textilbetrieben. Der festgenommene Gebäudebesitzer habe grundlegende bautechnische Prinzipien ignoriert, sagte der Architekt und Universitätsprofessor Masood Reza am Sonntag.

Reza zufolge hatte seine Firma das Gebäude bei der Planung im Jahr 2004 nur auf sechs und "nicht auf neun oder gar zehn Stockwerke" ausgelegt. Außerdem sei von Anfang an klar gewesen, dass die Deckenkonstruktion keinen schweren Maschinen wie Generatoren standhalten würde.

"Als wir das Gebäude gestalteten, haben uns der Besitzer und der Entwickler nie gesagt, dass dort Textilfabriken untergebracht werden sollten", sagte Reza. "Wenn sie uns das gesagt hätten, wären Struktur und Design anders und stabiler ausgefallen."

Zahl der Todesopfer wird täglich nach oben korrigiert
Das Gebäude, in dem fünf Textilfabriken untergebracht waren, war am 24. April eingestürzt. Mehr als 3.000 Arbeiter wurden unter den Trümmern verschüttet. Nach neuesten Armeeangaben vom Sonntagvormittag kamen mindestens 572 Menschen ums Leben. Es war die tödlichste Industriekatastrophe in der Geschichte des Landes. Zwölf mutmaßliche Schuldige, darunter der Besitzer des Gebäudes und vier Fabrikbetreiber, wurden im Zusammenhang mit der Katastrophe bislang festgenommen.

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