Auf Jahrestagung

US-Waffenlobby feiert sich als “Freiheitsarmee”

Ausland
04.05.2013 12:35
Zum Auftakt ihrer Jahrestagung hat die mächtige US-Waffenlobby NRA die Pläne von US-Präsident Barack Obama für ein schärferes Waffenrecht heftig attackiert. NRA-Cheflobbyist Chris Cox (Bild) warf den Befürwortern strengerer Gesetze am Freitag in Houston im Bundesstaat Texas vor, die bürgerlichen Freiheiten einschränken zu wollen und positionierte seinen Verband als "die Hoffnung der Freiheit" und "ihre größte Armee".

"Wir sind die Mütter und Väter und Söhne und Töchter der National Rifle Association - und wir wollen Newtown verhindern, keinen Vorteil daraus ziehen", sagte Cox in Anspielung auf den Amoklauf in der Kleinstadt im Bundesstaat Connecticut, bei dem im Dezember in einer Schule 20 Kinder und sechs Erwachsene erschossen worden waren (siehe Infobox).

Unter großem Beifall rief Cox den NRA-Anhängern zu, dass die Verfechter schärferer Waffengesetze die blutige Tragödie dazu benutzen wollten, die Freiheit einzuschränken. "Es ist an uns, sie zu stoppen. Wir sind die größte Hoffnung der Freiheit, ihre größte Armee und ihre strahlendste Zukunft." Mehr als 70.000 NRA-Mitglieder waren zu der dreitägigen Versammlung nach Houston im Bundesstaat Texas gekommen.

Obamas Reformpläne bisher gescheitert
Nach dem Amoklauf von Newtown hatte die Regierung ein umfassendes Reformpaket angekündigt, das ursprünglich sowohl ein Verbot von Sturmgewehren als auch eine Begrenzung großer Munitionsmagazine umfasste. Angesichts des Widerstands der NRA wurde dem Kongress letztlich aber nur ein Gesetz vorgelegt, das die schärfere Überprüfung von Waffenkäufern vorsah, um zu verhindern, dass Geisteskranke und Kriminelle an Waffen gelangen.

Republikaner und einige Demokraten aus konservativen Staaten hatten jedoch eingewandt, dass dies eine unzulässige Einschränkung des Rechts auf Waffenbesitz sei. Das Gesetz scheiterte daher im Senat an der benötigten Mehrheit von 60 Stimmen. US-Präsident Obama äußerte daraufhin scharfe Kritik und sprach von einem "beschämenden Tag" in Washington. Neben dem Präsidenten, der Ende April einen neuen Anlauf im Streit um die Überarbeitung der Waffengesetze ankündigte, sind jedoch auch eine Reihe von Senatoren entschlossen, weiter für eine schärfere Gesetzgebung zu kämpfen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
04.05.2013 12:35
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung