Am heutigen Montag soll die Obduktion von Amok-Jäger Roland Drexler Aufschluss darüber geben, seit wann der 56-Jährige tot im Wald lag. Laut Polizei beginnt nun eine „neue Phase der Ermittlung“ – das Ergebnis der Obduktion wird mit großer Spannung erwartet. Neue Erkenntnisse betreffen mögliche Komplizen und den Zeitpunkt, an dem das Fluchtauto im Wald abgestellt wurde.
Langsam kehrt die Normalität in den Bezirk Rohrbach zurück, nachdem genau vor einer Woche der 56-jährige Roland Drexler den Bürgermeister von Kirchberg ob der Donau, Franz Hofer und den Polizisten Josef Hartl, mit mehreren Schüssen gewaltsam niederstreckte.
Nachdem der Amok-Jäger nach den brutalen Morden spurlos untergetaucht war, konnte nun am Freitag der weiße VW Caddy Drexlers und am Samstag seine Leiche in dem viel durchsuchten Waldstück zwischen Arnreit und Altenfelden im Bezirk Rohrbach lokalisiert werden.
Obduktionsergebnis nicht vor Montagabend
Am heutigen Montag soll die Obduktion von Drexler ergeben, seit wann der 56-Jährige tot im Wald lag. Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Linz, Ulrike Breiteneder, bestätigt auf „Krone“-Anfrage, dass die Obduktion von der Gerichtsmedizin in Salzburg durchgeführt werden soll. Den genauen Zeitpunkt wisse sie nicht, das Ergebnis wird voraussichtlich Montagabend erwartet. „Wir erhoffen uns, dass der Todeszeitpunkt festgestellt werden kann, sofern das noch möglich ist“, so Breiteneder.
Bei den beiden Mordopfern Hofer und Hartl wurde erst nach 18 Uhr ein Obduktionsergebnis mitgeteilt. Aus diesem Grund wird auch bei Drexler nicht davon ausgegangen, dass ein früheres Ergebnis vorliegen wird.
„Keine Anhaltspunkte für Fluchthelfer“
Durch die Obduktion erhofft man sich eine genauere Rekonstruktion des Tatvorgangs und die Flucht Drexlers. Auch die Tage vor der Tat werden von den Behörden genauer unter die Lupe genommen. Denn nach wie vor ist unklar, wo Drexler sich nach den beiden Todesschüssen aufhielt und wie er seinen VW Caddy in das Waldstück lenken konnte.
Denn dass die Leiche Drexlers und dessen Fluchauto genau zwischen den beiden Tatorten trotz des polizeilichen Großaufgebots in dem riesigen Waldgebiet gefunden wurde, stellt für die Behörden ein bislang ungeklärtes Rätsel dar.
Die Polizei werde alle Spuren auswerten, etwa jene aus dem Auto des Toten. Dieses könne laut Breiteneder auch schon länger am Fundort gestanden sein. Die Polizei geht allerdings davon aus, dass das Fahrzeug am späten Donnerstagabend, bevor es dann am Freitag entdeckt wurde, dort hingebracht worden sei. „Es gibt keine Anhaltspunkte für Fluchthelfer“, betonte die Gerichtssprecherin.
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