Die wichtigste Erkenntnis nach fünf Biologie-Stunden und drei Schuldsprüchen am Landesgericht Eisenstadt: Männliche Cannabispflanzen sind wertlos.
Grinsend ließ sich der Vater (58) in Handschellen von Verwandten fotografieren. Daneben posierte sein Sohn (21), der das Mastermind gewesen sein soll. Dessen Freundin (20) war geständig, mit ihm Drogen unter die Leute gebracht zu haben.
12,6 oder 1,6 Kilo?
Die Staatsanwaltschaft, die sich in der Anklage auf die Vernehmungsprotokolle der Polizei stützt, warf den Nordburgenländern vor, von 2020 bis August dieses Jahres Cannabis angebaut und 12,6 Kilo geerntet zu haben. 8,3 Kilo sollen anderen Personen überlassen worden sein. „Stimmt alles nicht“, sagt der Junior, „der Beamte hat mich bei der Einvernahme so unter Druck gesetzt, dass ich um zwei Uhr Früh meine Ruh haben wollte und unterschrieben habe.“
Und vor der Haftprüfungsrichterin?
Einfach nur vergessen ...
„Da habe ich vergessen, die richtigen Mengen anzugeben.“ Maximal 1,6 Kilo habe man in Summe produziert, „weil die Hälfte männliche Pflanzen waren, die keinen Ertrag bringen. Den Großteil habe ich für den Eigenbedarf benötigt“.
Der Vater will nur an der Pflege der Pflänzchen beteiligt und Erntehelfer gewesen sein.
Die Vorsitzende des Schöffensenats sprach schließlich: Sohn 8 Monate Haft, davon 6 bedingt; Vater 10 Monate Haft, davon 8 bedingt. Beide sind am Donnerstag zu Halloween aus der U-Haft heimmarschiert. Die Frau kam mit 5 Monaten bedingt davon.
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