In Arndorf bei Krems züchten Experten der Bundesforste die Bäume für den „Wald der Zukunft“. Dafür werden im Herbst Tannenzapfen in Niederösterreich geerntet.
Bei Spaziergängen durch Forstgebiete im Waldviertel konnte man sie in den vergangenen Wochen mitunter beobachten: Behelmte Männer, die in den Wipfeln hoher Bäume herumkraxelten. Doch waren sie nicht aus Jux und Tollerei auf die 30 bis 40 Meter hohen Stämme im grünen Tann geklettert.
Mastjahr in den Wäldern
„Unsere Mitarbeiter standen dort bei der Zapfenernte im Einsatz“, erklärt Andreas Gruber, Vorstand für Forstwirtschaft und Naturschutz der Bundesforste. Denn heuer war ein sogenanntes Mastjahr. Das heißt, die Tannenbäume haben besonders viele Früchte und Samen ausgebildet. Und auf diese hatten es die Erntehelfer abgesehen. Ausgestattet mit Seil, Klettergurt und Jutesack gingen die „Zapfenpflücker“ ans Werk.
Für die Aufforstung spielt die regionale Herkunft der Baumsamen eine wichtige Rolle. Geerntet wird von Bäumen, die sich am besten an die Lebensbedingungen vor Ort angepasst haben.
Andreas Gruber, Vorstand der Bundesforste
Tausende Jungpflanzen
Rund 700 Kilo Tannenzapfen wurden heuer im Waldviertel geerntet, weitere Lieferungen hat man aus der Steiermark und Salzburg nach Arndorf bei Krems gekarrt. Dort werden sie in der Klenge, der Saatgutanlage der Bundesforste, aufbereitet. Aus den Samen werden Jungpflanzen für den „Wald der Zukunft“ herangezogen. „Bis zu 2000 Bäumchen können aus einem Kilo Tannensamen entstehen“, berichtet Gruber.
Wald der Zukunft
Zwar setze man grundsätzlich auf natürlichen Nachwuchs im Wald, aber nach Schadensereignissen müsse man beim Aufforsten nachhelfen. Und gerade für den klimafitten Wald der Zukunft spielt die Tanne eine wichtige Rolle, da sie Wasser und Nährstoffe bis zu drei Meter tief aus dem Boden holt und daher mit Hitze- sowie Trockenperioden besser zurechtkommt als andere Bäume.
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