Es ist ein unfassbarer Fall von Tierquälerei auf einem Hof in Oberösterreich: Ein Bauer ließ seine Tiere hungern und knietief im Dreck stehen, fast 100 Kühe und Kälber mussten getötet werden. Am Mittwoch wurde der 58-Jährige – nicht rechtskräftig – wegen Tierquälerei verurteilt.
Der Landwirt (58) aus dem oberösterreichischen Bezirk Vöcklabruck hatte seine 105 Rinder offenbar komplett verwahrlosen lassen. Wegen der desolaten Zustände ordnete die Bezirkshauptmannschaft im Juni dieses Jahres die Räumung des Stalls an. Die Tiere wurden dem Mann abgenommen, insgesamt 94 mussten allerdings notgeschlachtet werden, teilweise direkt vor Ort, weil ihr Zustand so schlimm war.
Bauer war überfordert
Wie überfordert der alleinstehende Landwirt war, zeigt die Tatsache, dass schon kurz zuvor der Amtstierarzt zahlreiche Mängel festgestellt hatte, der Mann allerdings keine Maßnahmen setzte. Die Tiere bekamen kein Futter, kein Wasser, der Stall musste schon seit Wochen nicht mehr geräumt worden sein – wenn nicht sogar länger.
Bauer wehrte sich
Als die Behörde einschritt, wehrte sich der Bauer und versperrte den Beamten den Weg in die Ställe. Die Polizei musste anrücken, der Bauer wurde ins Krankenhaus gebracht.
Bei einem Lokalaugenschein der „Krone“ wurde der Landwirt als feiner Mensch beschrieben, „dem alles über den Kopf gewachsen ist“. Zur tierischen kommt also auch eine menschliche Tragödie. Am Mittwoch wurde dieser Fall vor dem Welser Landesgericht verhandelt.
Angeklagter zeigte sich geständig
Der Angeklagte zeigte sich geständig, gab an, dass er schlicht überfordert gewesen sei. Der Richter wertete das Geständnis und seine Unbescholtenheit als Milderungsgrund. Das nicht rechtskräftige Urteil: drei Monate bedingte Haft und eine unbedingte Geldstrafe in der Höhe von 1200 Euro.
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