Angeblich im Oman

Gadafi-Tochter: Nach Randalen aus Algerien geflogen?

Ausland
03.04.2013 12:21
Letzte Woche wurde bekannt, dass die Familie des getöteten libyschen Diktators Muammar al-Gadafi schon seit geraumer Zeit aus ihrem Exil in Algerien verschwunden ist. Nun scheinen sich die Hintergründe dafür aufzuklären: Laut eines neuen Berichts soll Gadafis Tochter Aisha aus Wut über ihre Situation Feuer gelegt und Wachen attackiert haben und daher aus dem Land geflogen sein. Familie Gadafi soll sich nun im Oman aufhalten.

Vier Familienmitglieder des im August 2011 gestürzten und getöteten Diktators waren ins Exil im Nachbarland Algerien geflohen - Gadafis zweite Frau, seine Tochter Aisha (im Bild 2011), zwei Söhne sowie einige ihrer Kinder. Letzte Woche wurde bekannt, dass sich der Clan schon seit Längerem nicht mehr im Land aufhält (siehe Infobox) - die Hintergründe waren bisher allerdings unklar.

Angeblich Brandstiftung und Angriffe auf Soldaten
Nun hat ein Informant aus der algerischen Regierung gegenüber der algerischen Tageszeitung "Ennahar" ausgepackt: "Sie (Aisha Gadafi, Anm.) hat am Ende Algerien für viele ihrer Probleme verantwortlich gemacht und auch Feuer im Haus gelegt. Regale in der Bibliothek gingen in Flammen auf, außerdem hat sie regelmäßig die Soldaten, die sich um ihre Sicherheit gekümmert haben, attackiert."

Asyl aus "humanitären Gründen" im Oman
Die Situation sei im Herbst letzten Jahres eskaliert, als sie ein Porträt des algerischen Präsidenten Abd al-Aziz Bouteflika zerstört habe, heißt es. Daraufhin sei sie aus dem Land geschmissen worden. Unterschlupf habe die Gadafi-Tochter im Oman gefunden, gemeinsam mit ihrer Tochter, ihrer Mutter und ihren beiden Brüdern Mohammed und Hannibal sowie deren Kindern. Die Regierung des Oman habe das Asyl aus "humanitären Gründen" gewährt und begleiche seither auch alle Rechnungen der Familie Gadafi, so "Ennahar".

Großteil der Familie Gadafis verschwunden
Beim Sturz des Diktators im August 2011 war die Familie getrennt worden, Saifas Mann und zwei Söhne wurden beim Fluchtversuch nach Algerien getötet. Ein weiterer Sohn, Saadi, konnte in den Süden nach Niger fliehen, lediglich Saif al-Islam - Gadafis mächtigster Nachkomme - konnte im November 2011 im Süden Libyens festgenommen werden.

Er ist seither das einzige Familienmitglied, das in der Öffentlichkeit - vor Gericht in der Stadt Zintan - gesehen wurde. Er wartet weiterhin auf einen Prozess, der wegen eines Streits um die Zuständigkeit zwischen lokalen Gerichten und dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag immer noch nicht begonnen hat. Ihm droht die Todesstrafe. Auch Mohammed und Hannibal werden wegen Kriegsverbrechen per internationalem Haftbefehl gesucht. Gadafis jüngster Sohn Khamis soll ein Jahr nach dem Tod seines Vaters in der Stadt Bani Walid getötet worden sein (siehe Infobox).

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