"Eine neue Zeit"
Papst Franziskus bei Kreuzweg-Zeremonie in Rom
Das große Holzkreuz wurde abwechselnd von Jugendlichen, Seminaristen und Ordensfrauen aus dem Nahen Osten, Indien, China, Afrika und Lateinamerika zu den 14 Stationen getragen. Begleitet wurde das Kreuzwegsgebet von einem Chor aus dem Libanon.
"Christen müssen auf das Böse mit dem Gutem antworten und wie Christus das Kreuz auf sich nehmen", sagte Franziskus. Er gedachte der Reise seines Vorgängers Benedikt XVI. in den Libanon im vergangenen September. "Diese Reise war ein Zeichen der Hoffnung für den Nahen Osten und die ganze Welt", betonte der Heilige Vater. Er appellierte an die Gläubigen, die versöhnende Worte Jesu im Herzen zu tragen.
"Eine neue Zeit voller Hoffnungen"
Vor Beginn des Kreuzwegs hatte der Papst mit einem Gottesdienst im Petersdom des Leidens und Sterbens Jesu gedacht. Nach Lesungen aus der Heiligen Schrift und den Großen Fürbitten stand die Verehrung des Kreuzes im Zentrum der Feier. Zahlreiche Kardinäle und Bischöfe sowie beim Heiligen Stuhl akkreditierte Diplomaten nahmen an der Zeremonie teil.
Die katholische Kirche brauche Erneuerung, sagte der Prediger des Päpstlichen Hauses, Kapuzinerpater Raniero Cantalamessa. Er rief zum Abbau überflüssiger Bürokratie in der Kirche auf. Derzeit breche für die Kirche "eine neue Zeit voller Hoffnungen an", sagte er. Die Kirche müsse bei ihrer Evangelisierung die Botschaft Christi frei und freudig in die Welt tragen, so wie in ihrer Frühzeit, so Cantalamessa.
Dabei müsse sie auch die Randzonen des Lebens erreichen, in denen es Leiden, Ungerechtigkeit, religiöse Unwissenheit, Gleichgültigkeit und alle Formen des Elends gebe, betonte er unter Hinweis auf die Vision von Papst Franziskus.
"Anpassungen entsprechen Anforderungen nicht mehr"
Wie manche historische Gebäude, so Cantalamessa, sei auch die Kirche im Laufe der Jahrhunderte den Bedürfnissen des jeweiligen Augenblicks angepasst und mit Trennwänden, Treppen und Zimmern angefüllt worden. "Es kommt der Augenblick, da man merkt, dass all diese Anpassungen nicht mehr den aktuellen Anforderungen entsprechen und sogar ein Hindernis darstellen", sagte der Kapuziner.
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