Zentralafrika

Rebellenführer will Verfassung außer Kraft setzen

Ausland
26.03.2013 07:59
Nach dem Umsturz in der Zentralafrikanischen Republik hat Rebellenführer Michel Djotodia (Bild) sich als neuer starker Mann des Landes präsentiert und will die Verfassung außer Kraft setzen. Trotzdem solle es wie vereinbart in drei Jahren freie Wahlen geben, kündigte er am Montagabend bei einer Pressekonferenz an. Internationale Vertreter verurteilten die Machtübernahme als verfassungswidrig.

Djotodia kündigte an, er werde das Parlament auflösen und die Übergangsregierung absetzen. "Während der Übergangsphase, die uns zu freien, glaubwürdigen und transparenten Wahlen führen wird, werde ich per Verordnungen Gesetze erlassen", sagte der Anführer der Seleka-Rebellen. "Michel Djotodia ist der neue Präsident, das steht fest. Die Opposition erkennt dies an", sagte der Sprecher der noch amtierenden Regierung der nationalen Einheit, Crepin Mboli Goumba, der Nachrichtenagentur AFP.

Djotodia betonte erneut, er werde den Friedensvertrag von Libreville vom Jänner respektieren. In der darin geplanten Übergangsphase von drei Jahren bis zu den Wahlen wolle er "den Frieden und die Sicherheit wiederherstellen, die Sicherheitskräfte und die Armee neu organisieren". Zudem wolle er die Entwaffnung von Kämpfern fortsetzen.

Plünderungen und Schüsse - Kritik an Vorgehen im Land
Die Rebellen hatten die zentralafrikanische Hauptstadt Bangui am Sonntag unter ihre Kontrolle gebracht (siehe Infobox). Der entmachtete Präsident Francois Bozize war zuvor nach Kamerun geflohen, wie die dortige Regierung mitteilte. Nach UNO-Angaben gab es in Bangui am Montag erneut Plünderungen, auch Schüsse waren zu hören. Ein UNO-Sprecher sagte, Büros der Vereinten Nationen und Unterkünfte von Mitarbeitern seien ebenfalls geplündert worden.

Das Vorgehen der Seleka-Rebellen stieß international auf Kritik. Die Afrikanische Union (AU) setzte die Mitgliedschaft Zentralafrikas aus. Gegen sieben Seleka-Vertreter, darunter Djotodia, wurden Reiseverbote verhängt, ihre Guthaben im Ausland wurden eingefroren. Die AU forderte "die sofortige Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung" in Zentralafrika. Dies hatte zuvor auch UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon verlangt. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton beklagte die "Verletzung der Verfassung" durch die Rebellen. Der gewaltsame Umsturz sei "nicht akzeptabel", erklärte sie.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
26.03.2013 07:59
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung