Analysen von Wissenschaftern und Erfahrungen von Praktikern vor Ort sollen die Ursachen für die verheerenden Überschwemmungen in Niederösterreich klären. Aus den Erkenntnissen werden Strategien zum künftigen Schutz vor solchen Katastrophen entwickelt
Die nächste große Flut kommt bestimmt. Darin sind sich alle Fachleute einig. Und wenn es so weit ist, will sich Niederösterreich den Wassermassen (noch) besser gerüstet entgegenstellen. „Dafür ist es notwendig, die Ursachen des jetzigen Hochwassers genau zu analysieren“, sagt der für den Katastrophenschutz zuständige Landesvize Stephan Pernkopf.
Jetzt sind die Fachleute am Wort
Er setzt dabei auf Expertise aus Theorie und Praxis. So wird Klimaforscher Michael Staudinger die Wettermodelle, die zu den massiven Regenfällen geführt haben, unter die Lupe nehmen. Als Hydrologen und Wasserbauexperten sollen Günter Blöschl (TU Wien) und Helmut Habersack (BOKU ) Schwachstellen im Hochwasserschutz aufspüren – und Verbesserungsmaßnahmen erarbeiten.
Erkenntnisse weit über NÖ hinaus wichtig
„Ebenso wichtig ist die Erfahrung der Praktiker vor Ort. Daher werden Feuerwehrkommandanten und Bürgermeister in die Aufarbeitung der Katastrophe einbezogen“, betont Pernkopf. Geleitet wird die umfassende Untersuchung der Flut vom Raumordnungsexperten Friedrich Zibuschka. Von den Erkenntnissen werden auch andere Bundesländer, andere Staaten und sogar ganz Europa profitieren, ist Pernkopf überzeugt.
Luftbilder gaben erste Aufschlüsse
Die Analyse der Ereignisse hat längst begonnen: „Schon während der Überflutungen wurden Luftbilder ausgewertet“, schildert Pernkopf. Und soviel steht schon fest: Es gibt viel zu tun. „Allein die Reparatur der Dämme umfasst 100 Einzelprojekte“, rechnet der Politiker vor: „Bis 2040 wird da eine Milliarde Euro investiert.“
Wassermassen in die Schranken weisen
Großpumpen und weitere Module für mobilen Hochwasserschutz wurden bereits bestellt. Der Bau von Rückhaltebecken und Flussverbreiterungen wird folgen, um bei kommenden sintflutartigen Regenfällen die Wassermassen besser bändigen zu können. Aber Stephan Pernkopf stellt auch klar: „Ein Restrisiko wird immer bleiben!“
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