Trauriger Rekord

Spanien: 2012 mehr als 100.000 Zwangsräumungen

Ausland
22.03.2013 20:16
Spanien steckt tief in der Krise. Die Zahl der Arbeitslosen nimmt weiter zu, die Wirtschaft steckt in einer Rezession und die Defizitziele werden nicht erreicht. Vor diesem Hintergrund hat das Euro-Krisenland nun einen traurigen Rekord aufgestellt: Die Gerichte des Landes ordneten 2012 unfassbare 100.034 Zwangsräumungen von Immobilien an. Wie der Generalrat der Justiz am Freitag in Madrid bekannt gab, wurden davon im vergangenen Jahr mindestens 46.408 abgewickelt, 13,9 Prozent mehr als 2011.

Die Behörden betonten allerdings, dass man die neuen Zahlen nicht alle unbedingt mit denen früherer Jahre vergleichen könne. Denn nun seien auch die in erster Instanz verfügten Zwangsräumungen wegen Insolvenz der Bewohner berücksichtigt worden. Die Zahlen zeigen aber eine Tendenz, wird eingeräumt.

Mehr als 350.000 Familien seit Krisenbeginn betroffen
Seit Beginn der Krise vor etwas mehr als viereinhalb Jahren wurden in Spanien nach Schätzungen verschiedener Organisationen mehr als 350.000 Familien aus ihren Wohnungen geworfen - weil sie infolge der Krise die Bankkredite nicht zurückzahlen konnten. Die Zwangsräumungen lösten eine Welle von Protesten aus. Mehrere Opfer von Räumungsverfahren nahmen sich das Leben.

Der Europäische Gerichtshof hatte erst vergangene Woche das spanische Verfahren zur Zwangsräumung von Wohnungen für illegal erklärt. Gemäß dieser Entscheidung verstößt die spanische Gesetzgebung gegen den im EU-Recht verankerten Verbraucherschutz. Spanien versprach eine Gesetzesreform.

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